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Wird Därstetten Mekka der Alpenkräuter?

Alpenplattform Simmentalnennt die SAH Alpenkräuter AG in Därstetten ihr Zukunfts-Projekt. Milch, Fleisch und eventuell auch das früher legendäre Weissenburger Mineralwasser sollen neu im Sortiment Aufnahme finden. Die Firma will zusammen mit Partnern und Fremdkapitalgebern rund 9 Millionen Franken in das Projekt mit Neubau investieren.

«Wenn dieses Projekt zustande kommt – und alle Zeichen deuten darauf hin – ist das für Därstetten ein Glücksfall», erklärt Hanspeter Abbühl. Er ist Gemeinde- und Gemeinderatsvizepräsident und betreut das Ressort Bauaufsicht/ Planung. «Nach dem Steuereinbruch 2010 mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass wir wohl die finanzschwächste Gemeinde im Tal sind. Wenn da eine Firma, die sich bisher als verlässlicher Partner erwiesen hat, zusammen mit andern 9 Millionen Franken auslösen will, eröffnet das unserer Gemeinde neue Perspektiven.» Nötig sei ein ordentliches Einzonungs- und Mitwirkungsverfahren, erklärt Abbühl. Aber die Signale zur «Änderung Teilregionaler Teilrichtplan Arbeitsschwerpunkte ländlicher Raum im ordentlichen Verfahren» seien sehr positiv ausgefallen. «Was so furchtbar tönt, wird hoffentlich von der Region Thun-Innert-port, TIP, zuhanden des Kantons noch im Juni abgesegnet.» Dreiteiliges Angebot Die SAH Alpenkräuter AG hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten in Därstetten etabliert (siehe Kasten). «Passanten sollen hier künftig noch vermehrt einen Zwischenhalt einlegen, Kräuterduft einatmen und dem Ort vermehrte Wertschöpfung zugestehen», erklärt der Betriebsleiter Martin Lüdi (Bild). Die derzeit im Gewerbezentrum beheimatete Firma will dazu unweit dieses Standortes (oberhalb der Strasse) einen Neubau erstellen. Ein Vorvertrag zum Erwerb der benötigten Landfläche «Rychebach» von 1,26 Hektaren inklusive einer bestehenden Scheune ist bereits abgeschlossen worden. In einem zu erstellenden klimaneutralen Industriegebäude (dem ersten solchen im Oberland) wird auf drei Ziele gesetzt: Herstellung, Lagerung, Verpackung und Disposition von Lebensmitteln. Erlebniswelt für Besucher mit Einblick in die Produktion sowie einer Kräuterwerkstatt, in der Koch-, Degustations- und Kulinarikkurse stattfinden. Verkauf regionaler Qualitätsprodukte, Verpflegung mit lokalen Spezialitäten, in Zusammenarbeit mit Lenk-Simmental Tourismus vermittelt von Ferien und Erlebnisbesuchen bei Bauern und auf Alpwirtschaftsbetrieben. Milch, Fleisch und Wasser Als «Kräuter-Mekka der Schweiz» will die SAH Alpenkräuter AG zusätzliche Arbeitsplätze generieren und wirtschaftliche Impulse für die weitere Region auslösen. Mit der Inbetriebnahme der Alpenplattform soll der Umsatz mit Kräutern, Sirup und Tee verdoppelt werden. «Milch, Molkereiprodukte und Fleisch von behornten Simmentalerkühen werden ins Angebot aufgenommen», erklärt Betriebsleiter Lüdi. Dabei wolle man sich auf bereits bestehende Strukturen abstützen und innovative Landwirte, zum Beispiel mit der Integration eines Käsereifungskellers, unterstützen. Martin Lüdi schwebt auch vor, das ehemals legendäre Weissenburger Mineralwasser wieder auf den Markt zu bringen. «Im heutigen Trend zur Regionalität sehen wir hier durchaus eine Chance. Klein aber fein – mit Schweizer Zitronenkräutergeschmack – stelle ich mir den Neueinstieg vor.» Ein anerkannter Spezialist prüfe derzeit die Quellfassung. Partner mit einbeziehen Die Zusammenarbeit mit den rund 100 Bergbauern soll ausgebaut werden. Unter der Federführung von SAH/Narimpex sind zudem bis heute als Kooperationspartner mit dabei: IG Simmentaler/IP Suisse, Alpkultur/ Lenk-Simmental Tourismus, Naturpark Diemtigtal sowie die BLS AG. Unter dem Motto «Die Kräuterwelt mit allen Sinnen erleben» soll mit der Alpenplattform – falls sie bei einem Baustart 2013 im Frühling 2014 eröffnet werden kann – der SAH-Umsatz bis ins Jahr 2016 mit Produkten und Dienstleistungen beträchtlich gesteigert werden können. Im ersten vollen Betriebsjahr sollen 30000 Personen die Erlebniswelt in der Mitte des Simmentals besuchen. Produktionsleiter Thomas Bieri führt jetzt bereits Besucher-Gruppen durch den Betrieb in Därstetten. «Sie besichtigen in der Regel zuvor einen Kräuter-Anbaubetrieb und gehen abschliessend in ein Alprestaurant der Region essen.» Die geplante Alpenplattform soll künftig Touristen, Familien, Schulklassen, Vereinen und Firmen die nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung näher bringen. Peter Rothacherwww. swissalpineherbs.ch >

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