Zum Hauptinhalt springen

Wiriehorn: Solidarität ist gefragt

DiemtigtalDurch die Umwandlung von Darlehen in Aktien verbessert die Wiriehornbahnen AG nach einem negativ verlaufenen Geschäftsjahr ihre finanzielle Situation. Die Aktionäre zeigen sich solidarisch und nehmen auch den Verzicht der Aktionärskarten in Kauf.

217 Aktionärinnen und Aktionäre, die 1417 Aktienstimmen (47,2 Prozent) vertraten, haben an der Generalversammlung im Berghotel Nüegg über die Zukunft der Wiriehornbahnen Diemtigtal mitentschieden. Das Unternehmen verzeichnete im letzten Geschäftsjahr bei einem Nettoumsatz von 1,8 Millionen Franken und einem Cashflow von 111268 Franken einen Verlust von 492273 Franken. Mit dem Verlustvortrag der Vorjahre resultiert ein Bilanzverlust von 2,2 Millionen. «Solche Jahre verkraften wir nicht mehr viele – Handlungsbedarf ist dringend angesagt», erklärte darum der im Verwaltungsrat für die Finanzen zuständige Pascal Rub. Negative Wintersaison Im Sommerhalbjahr 2010 hatte der Ertrag bei einem gegenüber dem Vorjahr um 232 Stunden verminderten Arbeitsaufwand gehalten werden können: Es resultierte ein Bruttoumsatz von 119709 Franken. Das Wintergeschäft gestaltete sich dann negativ. «Nach einem erfreulichen Festtagsresultat blieben die Wintersportler wegen der milden Temperaturen im Flachland aus, obschon wir bis im März mit guten Pisten aufwarten konnten», musste Verwaltungsratspräsident Erich Klauwers im Bericht festhalten. «Die 72510 Gästeeintritte bedeuteten gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 18,5 Prozent.» Die Versammlung genehmigte die Rechnung diskussionslos und einstimmig. Aus Darlehen werden Aktien Aufgrund des grossen Abschreibungsbedarfs und der jährlichen Leasingraten sind positive Jahresabschlüsse derzeit kaum realisierbar. Der Verwaltungsrat hat sich deshalb darum bemüht, die von der Gemeinde Diemtigen und einigen Unterabteilungen gewährten Darlehen von insgesamt 1,51 Millionen Franken zur Stärkung des Eigenkapitals in Aktienkapital umzuwandeln. Die Gemeindeversammlung von Diemtigen hat dieser Umwandlung – in dem Falle von 1,1 Millionen – schon zugestimmt (siehe Samstagausgabe). «Auch andere haben dies bereits getan, es stehen noch drei Versammlungen aus, bei denen es um insgesamt 100000 Franken geht», konnte Verwaltungsrat Christoph Brügger berichten. Die nun an der Generalversammlung oppositionslos genehmigte Aktienkapitalerhöhung im Umfang der 1,51 Millionen wurde notariell beglaubigt. Auch die nötig gewordene Statutenanpassung sowie die Verwendung des Bilanzverlustes und die Auflösung statutarischer Reserven (1,044 Millionen Franken) wurden einstimmig gebilligt. Somit beträgt der Bilanzverlust «nur» noch 1,185 Millionen. Aktionärstage statt -karten Aus Spargründen sollen keine Aktionärskarten pro Aktie mehr abgegeben, sondern zwei Aktionärstage – einer im Sommer und einer im Winter – angeboten werden. «Wir können uns diese Art der Dividende in der Höhe von 40000 Franken ganz einfach nicht mehr leisten», begründete Präsident Klauwers den Vorstandsantrag. Die Massnahme sei unpopulär, aber angesichts des finanziellen Drucks nötig, da sich die Zeiten geändert hätten, hielt er einem Votanten entgegen, der sich «bschisse» fühlte. Eine andere Wortmeldung lautete: «We mir wi überläbe, de müesse mir zämestah!» Der Antrag wurde mit 1183 Ja- und 230 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen angenommen. Parken kostet 2 bis 10 Franken Wer am Wiriehorn Wintersport betreibt, muss künftig eine Parkplatzgebühr bezahlen. «Wir haben uns für 2 Franken pro Autoinsasse – Kinder ausgenommen – entschieden, die an der Kasse zu entrichten sind», erklärte Erich Klauwers. Auch im Falle von Kleinbussen betrage der Maximalbetrag 10 Franken. «ÖV-Benutzer und Passagiere grosser Busse bezahlen logischerweise nichts.» Auf die Frage, warum nicht pro Auto bezahlt werden müsse, meinte er: «An zwei Referenztagen haben wir die Insassen pro Auto erhoben. Das Resultat ergab 1,23 Personen pro Wagen.» Die Preise für Stunden-, Tages- und Mehrtagessportpässe werden moderat erhöht. Dem Verwaltungsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt, die 40 Angestellten der Bahn mit einem Applaus bedacht. Im Verwaltungsrat engagiert sich weiterhin auch der Reutiger Abfahrtsweltmeister (1997) Bruno Kernen, der wegen einer Schulung in Zermatt der Versammlung fernbleiben musste. Peter Rothacherwww.wiriehorn.ch >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch