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Wirtschaft: Profil ist da – und bleibt ungenutzt

ThunDer Arbeitgeberverband hatte eingeladen – Ingenieur Lorenz Zellweger referierte über «Thun – ein klares Wirtschaftsprofil». Sein Fazit: In der Region ist ein einzigartiges Profil vorhanden. Bloss: Es wird nicht genutzt.

Martin Fehr, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes Wirtschaftsraum Thun und Berner Oberland, begrüsste im Restaurant Zündkapsel 14 Interessierte zum Referat von Lorenz Zellweger (Bild). Der in Thun aufgewachsene Ingenieur ist seit vier Jahren als selbstständiger Berater im Bereich Zukunftsentwicklung tätig. Anhand von Grafiken zeigte er die Facetten der Thuner Wirtschaft auf, verglich sie mit dem globalen Kontest. Er kam zum Schluss, dass in der Region ein schweizweit einmaliges Profil vorhanden, aber bisher nicht sichtbar und deshalb nicht genutzt ist. «Die Metall- und Maschinenindustrie bietet in der Region mit 6600 den grössten Teil der insgesamt 34000 Arbeitsplätze an. Thun steht im Schweizer Städtevergleich mit 12 Prozent der Gesamtproduktion in dieser Kategorie an der Spitze und hat damit viel zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Aber andere Regionen wachsen auch», erläuterte Zellweger. Gute Allgemeinbildung Hier sei der grösste Hebel, um zum Fördern und Stärken des Wirtschaftsraums Thun anzusetzen. Wie Zellweger sagte, ist in der Region eine sehr gute Allgemeinbildung festzustellen – aber die Weiterbildung sei schwach. «Immer mehr höhere Schulen wandern ab, und damit auch die qualifizierten Arbeitskräfte. Hier ist die Politik gefordert, Gegensteuer zu geben. Wir müssen uns die Professionalität und die hochstehende Qualität erhalten. Mittelmässige Ware können die Chinesen billiger produzieren», sagte er. Das vorhandene Engagement sei zwar lobenswert, aber es qualifiziere nicht allein, fügte er an und stellte fest, dass in der Region klare Strukturen und gute Perspektiven vorhanden seien. Es brauche weder Förderungsmassnahmen noch Strukturanpassungen. «Was es braucht, ist die Zusammenarbeit der Unternehmen, Koordination der Anliegen und Aufbau des fehlenden Bewusstseins für die Bildung. Der Handelsbedarf dafür wird immer augenfälliger. Aber es muss richtig aufgegleist werden», fasste Zellweger zusammen. Von der Politik müssten die Rahmenbedingungen geschaffen werden, und die Gewerbetreibenden müssten die Verknüpfungen erkennen, war aus dem Publikum zu vernehmen.Verena Holzer>

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