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Wo wohnen im Alter?

Das Regionale Behindertenzentrum Interlaken (RBZ) will seinen Bewohnern auch dann ein Zuhause bieten, wenn sie alt werden und mehr Hilfe brauchen. Das Projekt wurde an der Hauptversammlung vorgestellt.

Das RBZ führt eine Schule, eine Werkstatt und Wohngemeinschaften. Doch die Institution feierte im Mai ihren 50. Geburtstag, und für die ältesten Bewohnerinnen und Bewohner ist ein neues Angebot gefragt. Sie brauchen andere Tagesstrukturen und mehr Betreuung. Wie die Bedürfnisse aussehen und wie sie zusammen mit anderen Institutionen in der Region abgedeckt werden können, klärt eine Arbeitsgruppe ab. Wie der externe Projektleiter Hans-Rudolf Zaugg an der Hauptversammlung vom Mittwoch erklärte, werden in den nächsten zwei bis fünf Jahren zirka 14 bis 18 «Plätze mit integrierter Tagesstruktur» für pensionierte RBZ-Bewohner gebraucht. Die Altersheime der Region wollen das Thema besprechen, sind aber vorläufig für die Aufnahme solcher Bewohner nicht vorbereitet. Und das nächstgelegene Behindertenzentrum in Meiringen steht ebenfalls vor dieser Situation, hat aber auch keine Lösung. «Das RBZ muss also sein Problem selber lösen», sagte Zaugg. Dabei kann es auf die Unterstützung der Spitex zählen, die bei Bedarf schon heute im RBZ hilft und auch mehr Einsätze leisten könnte. Eine Pioniergruppe bilden Die Arbeitsgruppe schlägt nun vor, dass 2011 eine der bestehenden Wohngruppen auf das «Alterswohnen» umgestellt wird. Dazu braucht es einen Vorstandsentscheid, und der Kanton müsste die Mittel für zusätzliches Personal und allenfalls auch Infrastruktur bewilligen. «Mit den Erfahrungen aus dieser Wohngruppe könnte das RBZ ein Konzept und das Budget für eine dauerhafte Lösung ausarbeiten», sagte Zaugg. Zudem brauche es längerfristig zusätzliche Plätze für nachrückende junge Bewohner. RBZ-Präsidentin Ingrid Hirni versicherte: «Wir werden alles daransetzen, dass wir diese Wohngruppe realisieren können.» Letztes Jahr betreuten 60 Mitarbeiter, die sich in 39 Stellen teilen, im RBZ 40 Schüler, 50 Werkstattmitarbeiter und 45 Bewohner, wie Verwalter Jakob Kipfer berichtete. «Und wir arbeiten ständig an Qualitätsverbesserungen.» So wurde zum Beispiel ein sehr gut besuchter Gebärden-Kurs für Angehörige von Schülern durchgeführt, die wegen ihrer Behinderung Hör- und Sprachprobleme haben. Der Aufwand für den Betrieb belief sich auf 5,2 Millionen Franken, der Ertrag – unter anderem aus Dienstleistungen und Produkten der Werkstatt, Beiträgen der Bewohner und Mitgliederbeiträgen – auf 2 Millionen Franken. Die restlichen 3,2 Millionen Franken deckt der Kanton gemäss Leistungsvereinbarung. Abschiede und Wahlen Die Versammlung genehmigte Rechnung und Jahresbericht diskussionslos. Mit Applaus dankte sie dem scheidenden Wohnleiter Hans Jakob Weilenmann sowie den zurücktretenden Vorstandsmitgliedern Beatrice Aemmer und Thomas Zbinden, die sich während zehn respektive neun Jahren für das RBZ eingesetzt haben. Neu in den Vorstand gewählt wurden Hans Beer und Stefan Zbinden. Sibylle Hunziker >

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