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Wo Wurfsterne noch legal sind

uttigenDer Platzgerklub Uttigen wird 40-jährig. Zum Jubiläum gibts keine Chilbi – dafür übernimmt der Klub die Organisation der Meisterschaft des Platzgerverbandes.

Wurfsterne, wie wir sie aus Kung-Fu-Filmen kennen, sind extrem gefährliche Waffen und deshalb in der Schweiz verboten. Doch es gibt auch legale Wurfsterne: Sie heissen Platzgen, sind ebenfalls aus Metall, meistens mit Zacken versehen und wiegen bis zu drei Kilo. Mit ihnen wird im Kanton Bern eine Zielwurfsportart namens Platzgen betrieben (vgl. Kasten). «Der Reiz unseres Sportes besteht darin, dass er sowohl körperliche als auch mentale Anforderungen stellt», sagt Fritz Senn, Präsident des Platzgerklubs Uttigen. «Zum einen muss die Platzge über eine Distanz von immerhin 17 Metern geworfen werden.» Um möglichst nahe an das Ziel heranzukommen, brauche es neben der Kraft aber auch Präzision und eine gewisse innere Ruhe. «Diese Seite des Platzgens ist am ehesten mit dem Schiesssport zu vergleichen.» Wohl in jeder Gesellschaft und Kultur gibt es solche Zielwurfsportarten. Aus England kennen wir das Spiel Darts, aus Frankreich Boule. Wie diese sei auch das Platzgen ein äusserst demokratischer Sport, betont Senn: Mann oder Frau, alt oder jung, rank und schlank oder eher behäbig und phlegmatisch – fast jeder Mann und jede Frau ist imstande, sich daran zu beteiligen. Erster Sportverein im Dorf «Als rund ein Dutzend Männer den Klub vor 40 Jahren gründeten, gab es in Uttigen ausser dem Eishockeyklub keinen anderen Sportverein», sagt Fritz Senn. Der Platzgerklub Uttigen besteht heute aus sieben Mitgliedern. Das tönt nach wenig; aber im Verlauf der 40-jährigen Geschichte des Klubs entspricht dies etwa dem Mittelwert. «Die Mitgliederzahlen sind in diesen vier Jahrzehnten eigentlich recht konstant geblieben», betont Senn. Was den Uttiger Platzgern aber fehlt, ist der Nachwuchs. «Da sind wir nicht die Einzigen», weiss der Präsident. «Richtung Emmental und Oberaargau gibt es relativ viele junge Leute, die sich dem Platzgen verschrieben haben.» Doch in der Nähe von Städten sei die Auswahl an Freizeitaktivitäten grösser, weshalb sich kaum noch Jugendliche diesem Sport verschreiben. Statt ein Jubiläumsfest zu organisieren, führt der Platzgerklub Uttigen zu seinem 40.Geburtstag die Verbandsmeisterschaft durch. «Wir erwarten rund 300 Platzger. Ohne Hilfe von Freunden und Bekannten könnten wir die Organisation gar nicht übernehmen.» Um zusätzlich ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, bräuchte der Klub noch mehr freiwillige Helfer. Eine Festwirtschaft gibts aber trotzdem, damit sich Spieler und Besucher mit Speis und Trank stärken können. Normalerweise frönen die Uttiger Platzger ihrem Sport in der Nähe des Schützenhauses. Weil dort aber nur zwei Bahnen zur Verfügung stehen, findet die Verbandsmeisterschaft beim Schulhaus statt. Dort können zehn Platzger gleichzeitig werfen. Am Samstag, 6.August, wird von 7.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr gespielt. «Um 21 Uhr ist spätestens Schluss», sagt Fritz Senn. «Schliesslich beginnen wir auch am nächsten Tag um 7.30 Uhr. Dann sollen alle wieder fit sein.» Am Sonntag etwa um 17 Uhr wird sich an der Rangverkündigung zeigen, wer die besten Nerven hatte und die Platzge am präzisesten warf.Marc ImbodenBei schlechtem Wetter findet die Verbandsmeisterschaft der Platzger am Wochenende vom 13./14.August statt. www.platzgen.com>

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