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Wohlensee verlandet

VerlandungJährlich verkleinert sich der Wohlensee um bis zu 30 Meter. Das Hochwasser dieser Woche verstärkt diese Entwicklung.

Das Hochwasser hat anfangs Woche im Berner Oberland grosse Schäden angerichtet. Eine weitere Auswirkung war unsichtbar: Durch dieses Hochwasser verlandet der Wohlensee noch mehr. Hochwasser bedeutet Unheil. Aber nicht nur. Im Wohlensee haben die Fluten auch sympathischere Konsequenzen. Sie führen Sand, Kies mit, der sich im See ablagert. Im oberen Teil, bei der Wohleibrücke und in der Inselrainbucht, entstehen Inseln, auf denen Vögel leben, die hier bisher nicht heimisch waren. Über diese Entwicklung freuen sich die Naturschützer: Durch die Verlandung wird das Gebiet bei Hinterkappelen noch mehr zu einem wertvollen Biotop mit grosser Artenvielfalt. Weniger angetan sind die Bötler und Ruderer: Der Landgewinn zwingt sie, abwärts auszuweichen. Wenn man gehörig in die Zukunft blickt, müssen sie aufs Hobby und den Sport ganz verzichten: In etwa 140 Jahren gibt es keinen Wohlensee mehr. Eine dritte Konsequenz schliesslich ist ganz und gar ungemütlich: Weil die Ufer immer flacher werden, drohen Überschwemmungen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Studie, die das Ingenieurbüro Flussbau AG in Bern für den Kanton und die BKW erarbeitet hat. Etwa um 2150 wird die sogenannte Verlandungsfront den Damm beim Wasserkraftwerk Mühleberg erreichen. Statt einem See wird sich dann wieder die Aare durch die Landschaft schlängeln. Auf solch weite Sicht seien die Prognosen allerdings wenig präzise, erklärt Flussbau-Projektleiter Lukas Hunzinger. Genauer sind die Erkenntnisse für die nächsten 80 Jahre. Innerhalb dieser Zeit verlandet der Wohlensee um rund 2000 Meter. Der See verkleinert sich jährlich um bis zu 30 Meter. Weil er zur Staumauer hin tiefer wird, verlangsamt sich dieser Prozess später.Peter Steiger >

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