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Yakin lobte nur das Wetter

FussballIm 28.Saisonspiel kam der FC Thun zum 16.Mal nur zu einem Unentschieden. Nach dem schwachen Auftritt beim 0:0 gegen St.Gallen waren das Publikum und Thun-Trainer Murat Yakin überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung der Mannschaft.

Es fiel den Trainern schwer, nach dem 0:0 zwischen Thun und St.Gallen lobende Worte zu finden. Jeff Saibene, Coach des Tabellenletzten aus der Ostschweiz, gab sich trotzdem alle Mühe, das Positive hervorzuheben: «Wir haben auswärts einen Punkt geholt. Nun sind wir seit vier Spielen ungeschlagen. Das ist in unserer Lage nicht selbstverständlich.» Die Kernaussage Murat Yakins, dem Coach des Tabellensechsten aus dem Oberland, war noch kürzer: «Das schöne Wetter war das einzig Positive.» Yakin sprach damit den 4100 Zuschauern im Lachenstadion aus dem Herzen. Sie hatten der Begegnung ebenfalls kaum etwas abgewinnen können. Beide Mannschaften kamen während den 90 Minuten zu je zwei guten Möglichkeiten. Für Thun scheiterten Stefan Glarner und Nick Proschwitz in der gleichen Aktion kurz nach der Pause sowie Dario Lezcano mit einem Kopfball übers Tor in der 76.Minute. Verteidiger José Gonçalves und Fabian Frei vergaben für die Gäste. Offensivspieler Frei, Leihgabe des FC Basel, ist ein Spieler, für den sich verschiedene Schweizer Klubs (GC, Luzern) interessieren. Auch die Thuner können sich vorstellen, mit dem FCB über eine Verpflichtung des 22-Jährigen zu sprechen. Verwaltungsrat Markus Walther sagte gestern aber: «Da stehen wir wohl nicht in der Poleposition.» Das 0:0 gegen St.Gallen – das 16.Unentschieden im 28.Saisonspiel –war gar nicht nach Yakins Geschmack. Schon in der Pause hatte er reagiert und die ungenügenden Flügelspieler Stephan Andrist und Andreas Wittwer durch das Duo Glarner/Proschwitz ersetzt. «Ich wollte den Jungen, die auf einen Einsatz drängen, Gelegenheit geben, ihre Qualität zu zeigen. Offenbar sind sie aber noch nicht so weit» Scariones kurzer Auftritt Das Spiel verkam zu einer äusserst zähen Angelegenheit. Dabei hatte die Affiche eigentlich allerhand Potenzial für Gesprächsstoff geboten. Denn mit Ersatzgoalie Daniel Lopar, den Verteidigern Gonçalves, Lukas Schenkel und Marco Hämmerli, Mittelfeldspieler Oscar Scarione sowie Trainer Saibene und Sportchef Heinz Peischl waren die St.Galler mit sieben Protagonisten angereist, die in der Vergangenheit in Thun gearbeitet hatten. Die grösste Brisanz versprach die Rückkehr Scariones, der Thun Ende Februar nach viereinhalb Saisons verlassen hatte. Einige Zuschauer pfiffen denn auch, als der Stadionsprecher den Namen des Argentiniers verlas. Bis sie Scarione aber dann auch wirklich ihren Unmut über seinen Wechsel – der Thun rund 150000 Franken einbrachte – direkt spüren lassen konnten, vergingen 70 Spielminuten. Erst dann betrat der 25-Jährige den Platz. Grund des kurzen Einsatzes des Spielmachers: Scarione war in der Nacht auf Sonntag erstmals Vater geworden und hatte kaum Schlaf gefunden. «Es war vermutlich das Beste, ihn nicht von Anfang an einzusetzen», sagte Jeff Saibene. Emma heisst das Mädchen, das in der Winterpause indirekt Grund für Unstimmigkeiten zwischen Murat Yakin und Scarione gewesen war. Mit Schwierigkeiten während der Schwangerschaft seiner Frau hatte der Mittelfeldspieler im Januar seine verspätete Rückkehr aus dem Heimaturlaub begründet. Den ersten Trainings im neuen Jahr war er unentschuldigt ferngeblieben. Yakin setzte Scarione daraufhin als Captain ab. In der Folge konkretisierten sich dessen Wechselabsichten. Zu ärgern vermochte Scarione Thun bei seinem Kurzeinsatz nicht. In der 88.Minute schoss er einen Freistoss aus vielversprechender Position in die Mauer. Und so wandten sich die Beteiligten kurz nach Abpfiff dem nächsten Spiel zu. Am Mittwoch spielt Thun in Luzern. Es war wenig erstaunlich, kündigte Yakin an, sein Team auf mehreren Positionen umzustellen.Alexander WäflerTelegramm Seite 23>

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