Zeit der Entscheidung für die Käserei

Diemtigen

Es wird ernst für das Projekt Naturparkkäserei in Diemtigen. Am 3. Dezember kommt erst die Einzonung der Ansmatte vor die Gemeindeversammlung und anschliessend der Verkauf der Parzelle.

Auf dem Gebiet Ansmatte im Burgholz soll nach erfolgter Zonenplan- änderung die Naturparkkäserei Diemtigtal gebaut werden.

(Bild: Peter Rothacher)

Der Rhythmus wird schneller, das Projekt Naturparkkäserei Diemtigtal nimmt Fahrt auf. Noch bis Montag, 21. November, liegt die entsprechende Zonenplan- und Baureglementsänderung für das Gebiet Ansmatte im Burgholz auf. Auch der Termin für eventuelle Einspracheverhandlungen ist bereits festgelegt: Es ist der 1. Dezember.

Zwei Tage später, am 3. Dezember, findet die Gemeindeversammlung statt, an der unter anderem der Beschluss über die Einzonung der Ansmatte gefällt wird. Fällt dieser positiv aus, entscheiden die Stimmbürger anschliessend auch noch über den Verkauf der Landparzelle an die Naturparkkäserei AG. Dabei geht es um eine Fläche von 12'600 Quadratmetern. Im festgelegten Verkaufspreis von 1,575 Millionen Franken ist auch die Erschliessung der Zufahrtsstrasse und der Abwasserleitung enthalten.

Bis anderthalb Jahre Bauzeit

«Es geht darum, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, bevor das Baugenehmigungsverfahren starten kann», erläutert Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer das Vorgehen, das Donat Schneider bestätigt. Schneider ist Geschäftsführer der Aaremilch AG. Das Unternehmen aus Lyss wiederum ist eine der drei Parteien, die gemeinsam den Verein Naturparkkäserei bilden. Die anderen sind der Reutiger Käser Thomas Aeschlimann und der Naturpark Diemtigtal.

Ebenfalls mit der erfolgten Einzonung wird die Umwandlung des Vereins in eine AG einhergehen, welche die Käserei bauen und betreiben wird. Wann der Bau erfolgen wird, darauf will sich Donat Schneider aufgrund der offenen und kommenden Verfahren noch nicht festlegen. Liegen sämtliche Bewilligungen erst einmal vor, könnte es aber schnell gehen. Schneider rechnet mit einer Bauzeit von einem bis anderthalb Jahren.

«Keine Schaukäserei»

Wie viel der Neubau auf der Ansmatte abgesehen vom Kaufpreis des Grundstücks kosten soll, ist laut Schneider ebenfalls noch Gegenstand der Planung. Über andere Eckpunkte gibt der Aaremilch-Geschäftsführer aber Auskunft. Gebaut werden solle eine Käserei mit den Bereichen Produktion und Käsereifung.

Die Käserei wird über einen publikumszugänglichen Ausstellungsraum sowie einen Käseladen und auch einen Raum verfügen, in dem Besuchergruppen mit Raclette oder Fondue versorgt werden könnten. Das werde aber kein dauerhaftes gastronomisches Angebot sein. «Wir bauen in erster Linie eine Käserei und sind nicht explizit auf Tourismus ausgerichtet. Deswegen haben wir auch keine Erhebungen zu möglichen Besucherzahlen gemacht. Wenn wir dann merken, dass viele Besucher kommen, nehmen wir das gerne mit.» Beim Projekt handle es sich jedoch ausdrücklich nicht um eine Schaukäserei.

10 bis 20 Millionen Kilo Milch

Was den wirtschaftlichen Rahmen der Naturparkkäserei angeht, sind die Vorstellungen der zukünftigen Betreiber klarer. So sollen 10 bis 20 Millionen Kilo Milch pro Jahr zu Käse verarbeitet werden. Eine Erweiterung auf 30 Millionen Kilo Milch sei laut Schneider jedoch denkbar.

Woher die Milch kommen soll, steht ebenfalls fest. «Wir planen, die Milch aus dem gesamten Berner Oberland zu beziehen. Im Diemtigtal selbst gäbe es zu wenig.» Der Vertrieb soll wie schon erwähnt zum Teil im eigenen Käseladen vor Ort erfolgen. «Die Produkte der Naturparkkäserei sind aber auch für den gesamtschweizerischen Markt sowie für den Export vorgesehen.»

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