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Zeitungsdruck verschwindet

Die Haller&Jenzer AG will Ende Jahr ihre Rotationsmaschine stilllegen. Dann werden in Burgdorf keine Zeitungen mehr gedruckt.

In gut zwei Monaten wird in Burgdorf eine lange Tradition zu Ende gehen. Das bestätigte Peter Schürch, der Präsident der Druckerei Haller&Jenzer AG, gestern auf Anfrage: «Ende Jahr werden wir die Rotationsmaschine stilllegen und unsere Zeitungen auswärts drucken lassen.» Betroffen sind mit dem Anzeiger Burgdorf und der Gratiszeitung «D’Region» zwei Wochenblätter, dazu «Der PVB», das alle vierzehn Tage erscheinende Organ des Bundespersonalverbandes – und damit ist das Dilemma der Haller&Jenzer AG bereits klar: Mit einer so kleinen Anzahl Publikationen lastet heute niemand mehr eine Rotation aus. Immer mehr Farbe Die Burgdorfer konnten sich den Druck vor Ort bislang leisten, «weil wir mit einer 30-jährigen, abgeschriebenen Maschine arbeiten», wie Schürch weiter erklärte. Trotzdem stosse man mit ihr nun je länger, je mehr an Grenzen. Zum einen, weil sie aufwendig in der Bedienung und im Unterhalt sei, zum andern, weil sie nur einen begrenzten Einsatz von Farben zulasse – «im Augenblick können wir in jeder Ausgabe gerade mal vier Farbseiten anbieten». In einer Zeit, in der die redaktionellen Beiträge und besonders auch die Inserate ganz selbstverständlich in Farbe daherkämen, genüge das nicht mehr. Die Maschine zu ersetzen und dafür 7 bis 8 Millionen Franken hinzulegen, liegt mit drei Titeln nicht drin, wie Schürch weiter bekräftigte. Zumal in der Branche Überkapazitäten herrschten – «in dieser Situation haben wir den Druck an die Merkur Druck AG in Langenthal vergeben». Zusammengestellt würden die Seiten aber weiterhin in Burgdorf, «wir werden fixfertige Vorlagen in den Oberaargau liefern». So, wie das verschiedene Verlage in der Region mit ihren Anzeigern schon länger täten. Vor allem symbolisch Laut Schürch wird sich das Ende der eigenen Rotation kaum aufs Personal auswirken. «Wir haben eigens zugewartet, bis einer unserer Drucker pensioniert wird.» Schon heute seien die Mitarbeiter an verschiedenen Orten tätig – ach ja: «Im Bereich der Geschäftsdrucksachen werden wir dafür eine alte Maschine durch eine neue mit modernster Technologie ersetzen.» Der Verzicht auf den Zeitungsdruck vor Ort hat in der Stadt, in der das «Burgdorfer Tagblatt» gross geworden ist, in erster Linie symbolischen Charakter: Der 1831 gegründete und heute noch als Kopf einer Gratiszeitung erhaltene Titel gilt als der älteste im Kanton Bern.skk>

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