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Zivilschutz leistete nach Hochwasser 533 Tage Arbeit

KandertalNach dem Hochwasser vom 10.Oktober war der Zivilschutz im Gastern- und im Kandertal mit 221 Schutzdienstleistenden 533 Tage im Einsatz. Mit dabei war auch die Zivilschutzorganisation Niesen unter dem Kommando des Frutigers Martin Schmid.

Grosse Verwüstungen hat das Hochwasser bekanntlich vor einem Monat im Kander- und im Gasterntal hinterlassen. Danach war ihre Hilfe sehr gefragt: Die örtlichen Zivilschützer und die Armee wurden während rund dreier Wochen zur Unterstützung der Behörden und für die Verhinderung weiterer Schäden sowie für Aufräumarbeiten aufgeboten. Später wurden Zivilschutzorganisationen aus anderen Kantonsteilen und zivile Helfer eingesetzt. 221 Zivilschützer im Einsatz Ende Oktober konnte der Zivilschutzeinsatz abgeschlossen werden. Insgesamt waren 221 Schutzdienstleistende im Einsatz. Von den total 533 geleisteten Diensttagen entfiel knapp die Hälfte auf die lokale Zivilschutzorganisation Niesen, wie der Kanton gestern mitteilte. An vorderster Front mitgearbeitet hat der Frutiger Martin Schmid, Kommandant der Zivilschutzorganisation Niesen. Bereits am frühen Abend des 10.Oktobers, am ersten Hochwassertag, war er mit 20 Leuten in Kandergrund im Einsatz. «Eigentlich wollten wir nach Kandersteg, doch es gab kein Durchkommen mehr.» Die ganze Nacht blieb das Team im Einsatz und versuchte, mit Sandsäcken zu retten, was zu retten war. «Bis am Freitag der ersten Hochwasserwoche waren wir dann mit rund 30 bis 40 Personen im Einsatz», sagt Schmid. Man habe Keller ausgepumpt, Strassen geputzt, Schwemmholz abgeführt und in einer zweiten Phase der betroffenen Bevölkerung geholfen, «dort, wo Not am Mann war». «Feuertaufe bestanden» Der übrige Teil wurde von den Zivilschutzorganisationen Gantrisch, Region Aarberg, Kirchberg plus und Thun-Westamt geleistet. Neben der Unterstützung der Führungsorgane und der Mithilfe bei der Versorgung der Bevölkerung standen vor allem allgemeine Aufräumarbeiten und der Weg- und Brückenbau zur Erschliessung von Häusern im Zentrum der Tätigkeiten. Daneben fischten die Angehörigen des Zivilschutzes aber auch rund vier Tonnen Forellen, die aus der Zuchtanlage am Blausee geschwemmt worden waren, aus Bächen und Tümpeln (wir berichteten). «Die Zusammenarbeit mit den anderen Zivilschutzorganisationen hat hervorragend geklappt», weiss Martin Schmid ausschliesslich Positives zu berichten. Seit dem 1.Januar 2010 arbeiten die Zivilschutzorganisationen des Kander- und des Niedersimmentals zusammen. Schmid sagt, die beiden ehemals eigenständigen Organisationen hätten die Feuertaufe bestanden: «Wir waren extrem dankbar für die Helfer aus dem Niedersimmental, waren doch einige von uns selber vom Hochwasser betroffen.» Die Stunden, die Kommandant Schmid in den letzten Wochen gearbeitet hat, hat er aufgehört zu zählen. «Der Schlaf war knapp», sagt er und lacht. Doch ein Notfall sei halt ein Notfall. So hat die Zivilschutzorganisation Niesen sogar der Polizei ausgeholfen: «Die Strassensperrung musste an 24 Stunden pro Tag aufrechterhalten werden.» Die Schutzdienstleistenden wurden vielfach einzelnen Betroffenen zugeteilt und halfen diesen, die Häuser und Grundstücke von Schutt und Schlamm zu befreien. «Dieser direkte Kontakt ist von allen Seiten sehr geschätzt worden», sagt Peter Rösti, der den Zivilschutzeinsatz seitens des Amtes für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär (BSM) koordinierte. «Für die Betroffenen zählte nicht nur die Hilfe beim Aufräumen. Es war ihnen auch wichtig, mit jemandem über das Geschehene zu sprechen.» Armee: Gute ZusammenarbeitNach Abschluss des Zivilschutzeinsatzes ziehen die Verantwortlichen eine positives Bilanz. «Die Ablösung der Zivilschutzorganisationen hat reibungslos funktioniert», sagt Peter Rösti. So habe sich etwa das Bereitschaftssystem der Organisationen gut bewährt. Auch die Zusammenarbeit mit der Armee sei äusserst unkompliziert abgelaufen und habe sehr gut geklappt. Es ist geplant, dass der Zivilschutz im kommenden Jahr zahlreiche Instandstellungsarbeiten im Kander- und im Gasterntal vornehmen wird. Allein im Gasterntal belaufen sich die Schäden nach dem Hochwasser auf mehrere Millionen Franken. Sarah McGrath-Fogal/pd>

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