Zivilschutz und Feuerwehr Seit an Seit

Interlaken/Wilderswil

Erstmals probten Zivilschutz und Feuerwehr diese Woche gemeinsam mit dem Hochwasserschutzsystem Beaver an strategisch definierten Geländestellen.

Thomas Dummermuth, Kommandant der Bödeli-Feuerwehr (l.), und Adrian Schürch, Kommandant der Zivilschutzorganisation Jungfrau, vor dem Hochwasserschutz Beaver im Mittleren Moos, Interlaken.

Thomas Dummermuth, Kommandant der Bödeli-Feuerwehr (l.), und Adrian Schürch, Kommandant der Zivilschutzorganisation Jungfrau, vor dem Hochwasserschutz Beaver im Mittleren Moos, Interlaken.

(Bild: Monika Hartig)

Wenn Hochwasser die Lütschine überschwemmt und droht das Bödeli zu fluten, braucht es Schutz. In den Vorjahren wurden auf den Gebieten der IMU-Gemeinden (Interlaken, Matten, Unterseen) und den Gemeinden Bönigen und Wilderswil umfangreiche Schutzbauten wie etwa Dämme erstellt.

Zusätzlich sind im Ereignisfall mobile Schutzmassnahmen im Bereich von Bahn, Strassen oder Liegenschaften notwendig. Mit bis zu 20 Meter langen, orangefarbenen Schläuchen, genannt Beaver, können Korridore für das Hochwasser gebildet und dieses an ungefährlichen Orten ausgeleitet werden.

Im Rahmen der Wiederholungskurse der Zivilschutzorganisation Jungfrau probten deren Pioniere diese Woche erstmals gemeinsam mit der Bödeli-Feuerwehr und der Feuerwehr Wilderswil den Ernstfall – so realitätsnah wie möglich.

Mehrere Standorte

Adrian Schürch, Kommandant des Zivilschutz ZSO Jungfrau: «Die Übungen sind vordefiniert anhand der Hochwasserschutz-Notfallplanung. Man geht dabei von Erfahrungswerten und Simulationen aus.»

Am Montag- und Mittwochabend waren je rund 80 Angehörige des Zivilschutzes und Feuerwehrleute im Einsatz bei der Landi Interlaken, beim Jungfraupark Matten und bei der Avag in der Geissgasse. Auch beim Bahnhof Wilderswil übten an die 80 Personen den Ernstfall.

Chefpionier Benjamin Junker: «Letzte Woche haben wir die Schläuche geflickt. Heute wird geübt, wie man den Beaver fachgerecht aufstellt, zusammenhängt, mit Luft und mit Wasser füllt, und wie man ihn richtig retabliert.» Sicherheit sei sehr wichtig. Denn einmal gefüllt, lässt sich der Beaver, von dem 20 Meter in der Grösse XL leer bereits 104 Kilo wiegen, nicht mehr bewegen.

Alle Teilnehmer trugen hohe Schuhe, Helm und Gehörschutz. Beim Standort Landi wurden 210 Meter Beaver aufgebaut, um das Wasser gezielt um die Bauten an der Unteren Bönigstrasse vorbeizuleiten. Feuerwehrkommandant Thomas Dummermuth: «Ein Ereignis kündigt sich in der Regel an, wie etwa lang anhaltende Niederschläge. Wir benötigen anderthalb Stunden, um den Beaver bei der Landi aufzubauen.»

1000 Meter Beaver

Eine Riesensperre mit knapp 1000 Metern Beaver bauten die Einsatzkräfte im Gebiet um den Bahnhof Wilderswil auf. Thomas Frutiger, Vizekommandant ZSO Jungfrau: «Die Übung ist positiv verlaufen. Die Teilnehmer waren sehr motiviert.» Nicht nur bei Notlagen und im Katastrophenfall, sondern künftig auch bei Grossereignissen wolle man enger mit der Feuerwehr zusammenarbeiten, sagte ZSO-Jungfrau-Kommandant Adrian Schürch.

Test-Abstimmungen

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt