Zum Hauptinhalt springen

Zu früh geschreddert

missverständnisWilladingen und Alchenstorf tragen dazu bei, dass der Urnengang über die Motorfahrzeugsteuer wiederholt werden muss. Dass die Stimmzettel nicht auch in Koppigen vernichtet worden sind, sei purer Zufall, sagt der Gemeindeschreiber.

Die Stimmzettel aus Willadingen sind verschwunden, jene aus Alchenstorf auch – in Koppigen dagegen ist der Satz komplett, so, als ob nichts geschehen wäre. Peter Kindler, wie ist das möglich? Wo doch die drei Gemeinden die Verwaltung und das Archiv von ein und derselben Gemeindeschreiberei führen lassen? Gestern hat die BZ sämtliche 30 Gemeinden beim Namen genannt, die schuld daran sind, dass die Regierung die Abstimmung über tiefere oder ökologischer bemessene Motorfahrzeugsteuern wiederholen will. Weil kantonsweit über 18000 Stimmzettel vernichtet worden sind und sich die gerichtlich angeordnete Nachzählung so gar nicht mehr durchführen lässt – dass auf der Liste der Fehlbaren auch Willadingen und Alchenstorf auftauchen, hat mit einem «blöden und peinlichen Zufall» zu tun, wie Kindler, der verantwortliche Gemeindeschreiber, erklärt. Die Sache mit dem Safe Konkret lief es so ab: Wie immer nach einem Abstimmungswochenende machten sich Kindlers Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Mitte Februar gleich nach dem Urnengang zur die Motorfahrzeugsteuer an die Archivierungsarbeiten. Die Stimmzettel werden dabei, versiegelt und schön nach Gemeinden gebündelt, in einem Safe abgelegt. Dort liegen bereits die Bündel aus der vorigen Abstimmung, und diese können nun in der Regel problemlos entsorgt werden, da die Beschwerdefristen ja längst verstrichen sind. So gingen die Angestellten also an die Arbeit. Eine «erste Person», wie es Kindler ohne weitere Angaben schildert, legte die neuen Bündel vor dem Safe ab und wollte gleich die alten entsorgen, als sie weggerufen wurde. In der Zwischenzeit wollte eine «zweite Person» die angefangene Arbeit zu Ende führen. Dummerweise war sie der festen Überzeugung, dass die vor dem Safe bereitliegenden Bündel aus der vorigen Abstimmung stammten. Sie warf den Schredder an und waltete ihres Amtes – die «erste Person» nahm das Reissen aus der Maschine zwar umgehend wahr und schritt sofort ein, doch für die zusammen gerade mal gut 300 Stimmzettel aus Willadingen und Alchenstorf war es zu spät. Die knapp 780 Stimmzettel aus Koppigen dagegen überlebten die Vernichtungsaktion. Eine Lehre gezogen Er habe mit den Betroffenen gesprochen, doch weitere Massnahmen drängten sich nicht auf, sagt Kindler. Auch wenn er die Sache nicht verharmlosen wolle: «Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler.» Es mache ja keinen Sinn, Leute mit einem ansonsten tadellosen Leistungsausweis zu sanktionieren. Eine Lehre hat der Gemeindeschreiber aus dem Vorfall aber gezogen: Künftig werden Stimmzettel nur noch geschreddert, wenn er persönlich grünes Licht gegeben hat.Stephan Künzi>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch