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Zu lange mit zu viel Respekt

FussballThun hat im Playoff-Hinspiel zur Europa League

Es waren spannende Szenen, die sich in der Schlussphase des Playoff-Hinspiels zur Europa League zwischen Thun und Stoke City abspielten. Mit nur neun Spielern rannten die Thuner dem 0:1-Rückstand hinterher. Goalie David Da Costa hatte sich kurz zuvor nach einem Fehler mit einem Foul am Engländer Jonathan Walters helfen müssen, um ein weiteres Gegentor zu verhindern. Er sah dafür die Rote Karte. Verteidiger Stipe Matic wurde am Spielfeldrand wegen einer Knieverletzung behandelt. Hoch schlug Thun in Unterzahl die Bälle nach vorne. Ohne Erfolg, Mittelfeldspieler Stephan Andrist, der Da Costa im Tor ersetzte, zeigte noch eine tolle Parade gegen den allein auf ihn zueilenden Walters und verhinderte das 0:2. Wenig später war Schluss, die Oberländer reisen nach der ersten Niederlage im zehnten Ernstkampf der Saison nächste Woche mit einer grossen Hypothek zum Rückspiel nach Stoke-on-Trent. Das 0:1, vor allem aber die Entstehung des Gegentreffers durch Danny Pugh in der 19.Minute, verärgerte den FC Thun, denn Stoke-Stürmer Kenwyne Jones hatte seinen Gegenspieler Nicolas Schindelholz zuvor bei einem Kopfballduell in den Rücken gestossen und so das Tor ermöglicht. «Es war ein klares Foul», sagte Mittelfeldspieler Christian Schneuwly. Thun zeigte gestern zu lange zu grossen Respekt vor dem Gegner. Denn Stoke City erwies sich zwar als die erwartet rustikale Truppe, spielerisch hingegen entpuppte sich das Premier-League-Team als biedere Mannschaft, die sich in den meisten Fällen für eine einfache Lösung entschied. «Thun hat uns auf dem für uns ungewohnten Kunstrasen viel abverlangt», sagte Stoke-Trainer Tony Pulis, der gestern mehrere Stammspieler, darunter Goalie Asmir Begovic und Verteidiger Jonathan Woodgate, schonte. Kein Penaltypfiff für Thun Nachdem er den Playoff-Gegner am Sonntag gegen Chelsea beobachtet hatte, riet Assistenzcoach Adrian Kunz den Thunern, den Ball möglichst hinter die englischen Aussenverteidiger zu spielen und so die eigenen Flügelspieler Andrist und Schneuwly zu lancieren. Dieses Unterfangen erwies sich aber als schwierig, weil die beiden auf den Seiten sehr wenig Platz vorfanden. Erst nach der Pause, als die Gastgeber mutiger agierten, kamen Andrist und Schneuwly besser zur Geltung. Andrist war es denn auch, der im Anschluss an einen Eckball zu einer guten Chance kam: Er lenkte den Schuss von Thomas Reinmann im Anschluss an einen Eckball jedoch mit dem Kopf knapp übers Tor. Obwohl Thun die Bemühungen verstärkte, um jeden Ball kämpfte und guten Fussball spielte, blieben die Ausgleichschancen selten. Zu unpräzis gerieten die Pässe vor dem gegnerischen Tor, zu kompromisslos agierte Stoke City im eigenen Strafraum. Und als Thomas Reinmann dort in 56.Minute umgerempelt wurde, liess das Schiedsrichter Daniel Stalhammar unbeeindruckt. Auch darauf bezog sich Challandes, als er nach dem Abpfiff versuchte, den Schiedsrichter zur Rede zu stellen. Er habe zu wenig mutig gepfiffen, warf er ihm vor, und die Thun-Spieler seien nicht richtig geschützt worden. Er tat das so temperamentvoll und laut, dass fürs Rückspiel auf Thuner Seite eventuell nicht nur Keeper Da Costa gesperrt ist. Alexander Wäfler/jwThun - Stoke City0:1 (0:1) Arena Thun. – 7150 Zuschauer. – SR Stalhammar (Sd). - Tor: 19. Pugh (Jones) 0:1. Thun: Da Costa; Lüthi, Matic, Schindelholz, Reimann; Bättig, Demiri (70. Sanogo); Christian Schneuwly (70. Wittwer), Leczano, Andrist; Lustrinelli (78. Rama). Stoke City: Sörensen; Huth (50. Wilkinson), Shawcross, Upson, Wilson; Tonge, Whitehead, Pugh, Etherington (73. Arizmendi); Jones (66. Whelan), Walters. Bemerkungen: 91. Platzverweis Da Costa (Notbremse). Thun ohne Gezhal (Trainingsrückstand). Stoke ohne Delap (verletzt), Begovic, Pennant, Woodgate. Gelb: 22. Huth (Foul/im Rückspiel gesperrt). 32. Tonge , 34. Bättig (Foul). 46. Etherington (Ballwegschlagen/im Rückspiel gesperrt). 95. Walters (Unsportlichkeit).>

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