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Zu langsam in Fahrt gekommen

Nach dem Triumph an der Transfer-Front verloren die SCL Tigers das letzte Meisterschaftsspiel im Jahr 2009 gegen die ZSC Lions mit 2:4. Ein Spiel, bei dem Schiedsrichter Didier Massy zuletzt unrühmlich in den Mittelpunkt rückte.

Ein Eishockey-Meisterschaftsspiel am Abend vor Heilig Abend ist so eine Sache. Die Chance ist recht gross, dass einige Akteure gedanklich schon beim christlichen Fondue Chinoise sind und sich mental auf die 3. Strophe von «Oh Du Fröhliche» vorbereiten. So wirklich vom Sitz reissend war die Darbieten der SCL Tigers und der ZSC Lions im letzten Ligaspiel des Jahres 2009 dann effektiv nicht. Da war eine vergleichsweise hohe Fehlerquote und wenig technischer, taktischer und spielerischer Glanz. Aber - auch der Sieger eines solchen Spiel erhält drei Punkte - drei Punkte, die in diesem Fall auf das Konto der ZSC Lions flossen. Die Zürcher setzten sich 4:2 durch. Jubilare sorgen für Jubel Es mag freilich nicht allein an den vorweihnächtlichen Gedanken, sondern auch daran gelegen haben, dass die Emmentaler nach dem Auswärtsspiel in Ambri und dem Schnee am Gotthard am Vorabend erst spät ins Bett gekommen sind. Was die mentale Präsenz anging, hinterliessen die Emmentaler jedenfalls bis ins dritte Drittel hinein einen unausgeschlafenen Eindruck. Reaktionen und Reflexe wickelten sich eher im Sekunden- denn Zehntelssekunden-Bereich ab. Ergo waren die Zürcher, die nach dem Heimsieg Tags zuvor gegen den SCB fitter wirkten, oft einen Schritt und einen Gedanken voraus. Es passte insofern perfekt ins Bild, dass die Gastgeber jeweils kurz nach Beginn des ersten und zweiten Abschnitts einen Treffer kassierten. Nach 80 Sekunden war es Thibaut Monnet, der die Lions mit dem ersten Schuss in Führung brachte. 44 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittel traf Patrik Bärtschi, der unbehelligt durchs Verteidigungsdrittel der Langnauer fahren durfte, ins Schwarze. Für Monnet war es das 500. Spiel in der NLA, für Bärtschi das 400. Die Jubilare auf Zürcher Seite sorgten für Jubel. Durch Strafen lanciert Vor allem auch durch die vielen Strafen, die sich die Zürcher immer wieder einhandelten, kamen die Tigers langsam aber stetig in Fahrt. Ein langer Anlauf, der schliesslich im letzten Drittel in einer Überlegenheit mündete. Im Verlauf dieser progressiven Spielweise war es Alexander Daigle, der zwischenzeitlich für den Ausgleich zum 1:1 verantwortlich zeichnete. Ein Treffer genau so in Überzahl erzielt, wie der Anschlusstreffer von Naumenko zum 2:3 bei Spielmitte. Das vierte und vorentscheidende Tor für die Zürcher war das eigentliche Glanzstück der Partie. Eine wahre Festtags-Kombination, die Sejna krönte. Für die versalzene Suppe, sprich das Gegenstück, sorgte nach knapp 58 Minuten Schiedsrichter Didier Massy, der ein reguläres Tor von Daigle (bei 6 gegen 4 Feldspieler/SCL ohne Goalie) nicht gab. Massy unterbrach weder das Spiel in diesem Moment, noch sah er sich veranlasst, trotz heftigster Proteste, sich die Szene rund 2 Minuten später - beim nächsten regulären Unterbruch - auf dem Video anzusehen. Hätte Massy dies getan, hätte er gesehen, dass der Schuss von Daigle im und nicht am Tor landete. Massy hätte in der Folge die Uhr zurückstellen können und die Tiger hätten noch gut zwei Minuten Zeit gehabt, beim Stand von 3:4 auszugleichen. Tja, auch der Schiedsrichter war in diesem Moment gedanklich vielleicht schon beim Fondue Chinoise und der 3. Strophe von «Stille Nacht.»Michael Schenk >

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