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Zum Ausklang eine feurige Latin-Party

LangnauDie Jazzparade war der Höhepunkt für das breite Publikum, das Konzert in der Kirche das Highlight für die Kenner – ein Rückblick auf die Jazz Nights.

Eine witzige Neuerung an den diesjährigen Langnau Jazz Nights war die Jazzparade, die am letzten Tag stattgefunden hat (siehe Ausgabe von gestern). Daneben kam es zu weiteren Höhepunkten – etwa dem Konzert in der reformierten Kirche. Klein, aber fein lautete hier die Devise. Zum musikalischen Vespergottesdienst lud das junge Schweizer Streichquartett Kaleidoscope. Simon Heggendorn, Leiter und erster Violinist, hatte selbst vor Jahren als Schüler an Workshops teilgenommen. «Ohne Organisator Walter Schmocker wäre ich nicht da, wo ich heute bin», stellt er fest. Der Name Kaleidoscope weckt Erinnerungen an die eigene Jugendzeit. Wer hineinblickt, sieht schöne Formen. Beim Drehen bilden die gleichen Bauteile neue Formen. Genau dasselbe, aber akustisch, schafft Heggendorn mit seinen Freunden Tobias Preisig (2.Violine), David Schnee (Viola) und Bruno Fischer (Cello). Sie arbeiten nicht mit Licht und Glas, sondern mit Schall und Saiten. Neue Bilder entstehen nicht durch Drehen, sondern durch Hüpfen, Springen, Peitschen, stupende Lagenwechsel und wogende Streicheleien mit Bogen und Fingerspitzen. Neben wunderschönen Klängen, welche nur ein Streichinstrument zu erzeugen vermag, sorgen perkussive Elemente und bildhafte Geräusche für Spannung. Die unterhaltsamen Kompositionen erfüllen intellektuelle und emotionale Ansprüche gleichermassen und folgen dem Motto «In der Kürze liegt die Würze». Nach der Jazzparade eröffnete das Junior Workshop Orchestra den Schlussabend in der Kupferschmiede. Gut zwei Dutzend Jugendliche zeigten, was sie in einer Woche erarbeitet hatten. Man staunte – und drei strahlende Gesichter erhielten gar den Förderpreis der Swiss Jazz School Bern. Von drei auf sieben Auf die Weltpremiere der Gruppe FLY7 wartete man gespannt. Würde es den sieben Lehrkräften der Workshops gelingen, die Kohärenz des Trios FLY vom Trio auf das Septett zu übertragen? Der harte Kern mit Mark Turner am Sax, Larry Grenadier am Bass und Jeff Ballard am Schlagzeug machte den Anfang. Reduktion aufs Wesentliche war angesagt. Doch beim Aufblähen geschieht dasselbe, was auch beim Vergrössern einer Bildprojektion geschieht: Farben und Ausdruck verblassen. Trompeter Jason Palmer hat zwar mit viel Geschick Nummern aus dem FLY-Repertoire für die grössere Formation arrangiert, und Pianist Edward Simon und Gitarrist Lage Lund gehen kongenial mit, doch die Quintessenz von FLY, asketische Strenge bei äusserster Konzentration, fehlt weitgehend. Immerhin – auch das, was bleibt, ist noch viel: überzeugende Kompositionen und herrliche Soli. Lange nach Mitternacht setzte die elfköpfige Salsaband des Kubaners Yumuri mit Trompeten und Posaunen, Bongos und Congas feurig zum letzten Konzert der 21. Jazz Nights an. Diese klangen in einer unvergesslichen Latin-Party aus. Ulrich Roth >

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