Zum Hauptinhalt springen

Zwei Betagte und ein Junkie

Drei der sieben kantonalen Literaturpreisträger machten auf ihrer Literatour auch im Chrämerhuus,

Die rund 50 im Chrämerhuus versammelten Literaturliebhaber wurden mit drei Werken konfrontiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der Literatour 2010, der Tournee der diesjährigen sieben Berner Literaturpreisträger, wurden die Werke «Notizen und Details» von Kurt Marti, «Dr Goalie bin ig» von Pedro Lenz und «fremd genug» von Erica Pedretti vorgestellt. Die Regisseurin Meret Matter las Notizen, Aphorismen und eine Tierfabel aus dem Sammelband «Notizen und Details» von Kurt Marti. Mit glasklarer Schärfe seziert der Autor seine Umwelt und hinterfragt Begriffe aus Politik, Wirtschaft und Theologie. Mit Humor nähert sich der Theologe in einer Fabel dem Tierprediger Franziskus von Assisi und denkt – 85-jährig – über das Altern nach. Ganz anders der ehemalige Junkie-«Goalie» von Pedro Lenz. Ihm gab der Dichter Beat Sterchi seine Stimme in Abwesenheit des Autors, der auch auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises steht. «Goalie» lebt im Hier und Jetzt. Seine Probleme sind prosaischer Art: Er braucht Geld, einen Job und eine Freundin – keine einfache Sache für einen eben Strafentlassenen. Auch wenn Lenz, gelesen von Lenz, ein Highlight ist: Auch Beat Sterchi lotete die zarten Ebenen des Werkes aus. Fremd in der Heimat Die 80-jährige Schriftstellerin Erica Pedretti wuchs im ehemalig österreichischen Mähren auf, erlebte dort die deutsche Besatzung und kam zum Kriegsende in die Schweiz. In «fremd genug» beschreibt sie das Fremdsein hier und die Rückkehr in eine ihr fremd gewordene Heimat. Sie tut dies ohne Sentimentalität. Prisca Rotzler Köhli >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch