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Zwei Lastwagen Sand verbaut

36 Tonnen Sand türmte Sandkünstler Jeroen van de Vlag auf. Der Holländer verrät die Tricks. Leim gehört definitiv nicht dazu.

«Sie haben doch gewiss etwas in den Sand gemischt.» Diesen Satz hört Jeroen van de Vlag oft. Dabei ist seine meterhohe, fein ausgearbeitete Sandskulptur, die bis gestern in der Festhalle an der Sonderschau Holland zu bestaunen war, wirklich nur aus Sand gebaut. Zwei Lastwagen voll aus einer Kiesgrube in Oppligen, insgesamt fast 36 Tonnen, wurden dafür herangekarrt. Das Werk war gestern vollendet. Der Sandkünstler im orangen T-Shirt strich nur noch mit dem Gartenrechen Fusstritte glatt und hielt vorwitzige Kinder davon zurück, sein Kunstwerk anzufassen. Zu gross ist der Reiz, dem Geheimnis damit auf die Spur zu kommen. Trick Nummer 1 Van de Vlag verrät an dieser Stelle nun exklusiv die Tricks, weshalb das lockere Material nicht sofort wieder in sich zusammenrieselt. Für die Sandburg in den Ferien eignen sich die Tipps aber nur bedingt: «Es braucht ungewaschenen, scharfen Sand», erklärt er. In der Schweiz gebe es viel davon, in Holland, wo van de Vlag herkommt, hingegen nicht. «Meeressand ist ‹zu alt›, die Körner sind rundgewaschen.» Paradoxerweise muss also der Sand für die in Holland populären Sandskulptur-Festivals jeweils aus dem Inland an den Sandstrand gekarrt werden. Weil er dort ein Fremdkörper darstellt, wird er danach wieder sauber entfernt, wie Van de Vlag schildert. «Das verlangt der Naturschutz.» Trick Nummer 2 Für die nachgebildete Königin Beatrix, den Wilhelm I. aus Sand bei seiner Überfahrt von England in sein neues Königreich Holland oder das über zwei Meter hohe Matterhorn brauchte es aber noch einen zusätzlichen Kniff: «Dafür wurde der Sand zuerst in eigens hergestellten Formen gewässert und so lange maschinell geschüttelt, bis er hochverdichtet war», erklärt Van de Vlag. Wenn sämtliche Luft entwichen sei, werde der Sand so fest, dass die Landschaften jahrelang erhalten bleiben würden. «Er wird fast so dicht wie Beton», sagt van de Vlag. Mit Maurerkelle, Spachtel und Pinsel rückten der gelernte Ernährungsberater und eine Helferin dann dem harten Sand zu Leibe. Vor zwei Jahren in Bern Jeroen van de Vlag ist eigentlich Ernährungsberater. Während seines Studiums half er an einem Sandskulptur-Festival in den Niederlanden mit. Das Modellieren liess ihn nicht mehr los. 1995 stieg er professionell ein. Vor viereinhalb Jahren zog er mit seiner Frau aus Deutschland in die Schweiz und gründete im Kanton Schwyz eine eigene Firma. Die Bernerinnen und Berner hatten schon einmal Gelegenheit, eine Sandskulptur von Van de Vlag zu bewundern. Während der Euro 08 gestaltete er die Loeb-Schaufenster. Und er kehre bald dorthin zurück, verrät der Wahlschweizer noch. cab >

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