Zwei Sorten Tränen für die 2. Liga

Der Wechsel war unglaublich: Aus Tränen der Enttäuschung wurden Freudentränen, denn die SV Meiringen steigt trotz Barrage-Niederlage in die zweite Liga auf.

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Nach dem Abpfiff stürmen Betreuer und Fans des FC Weissenstein den Wiltschenrasen und schliessen sich dem jubelnden blauweissen Spielerknäuel an. Einige der gelbschwarzen Meiringer liegen und sitzen erschöpft auf dem Feld. Unermüdlich hatten sie das gegnerische Tor bestürmt; ein Treffer, etliche starke Schüsse neben das Tor und eine von der Top-Parade des gegnerischen Goalies Dario Fuhrer zunichte gemachte Chance genügten aber nicht.

Überall war gerechnet worden: Die SV Meiringen musste nach dem 1:2 Pausenstand zwei Tore schiessen. Nach einem frühen Goal in der vierten Minute hatte das Team in der ersten Halbzeit zwei Gegentore kassiert, das zweite nach Handspenalty, und den Faden leicht verloren. Die zweite Halbzeit begann gut: Marco Pulver schoss den Ausgleichstreffer in der 59. Minute. Die SVM-Junioren sassen auf dem Tribünen-Grasbord und riefen ausdauernd «Hopp Meiringen». Die Fans der Gegner am Hang gegenüber feuerten ihr Team eine Oktave tiefer und etwas kreativer an. Die zweite Mannschaft der SV stand geschlossen am Zaun hinter dem gegnerischen Tor; aber kein weiterer Schuss traf.

Die Happy-Loser

Bei den Skispringern heisst das Happy-Loser. Die besten Verlierer dürfen weitermachen. Auch bei der Barrage steigt der beste Verlierer auf. Plötzlich schlug die SV-Depression auf der Wiltschen in Jubel um, zuerst etwas verzettelt und zögerlich, dann aber schepperte als definitive Bestätigung «We are the Champions» aus dem Lautsprecher. Es begann das grossen Umarmen und Küssen, Freudentränen flossen. Nein, emotionslos sind die Fussball-Oberhasler nicht. Obschon das Publikum zumindest in der ersten Halbzeit etwas gar stoisch war.

Bei der SV Meiringen wurde das sprichwörtliche Pulver nicht verschossen. Drei Pulver-Schüsse trafen: Lorenz Pulver schoss im Hinspiel das doppelt zählende Goal und Captain Marco Pulver erzielte die beiden Heimtore. Obschon ihm die gegnerischen Verteidiger kaum Raum liessen. Er war dann auch der meistumarmte Mann auf der Wiltschen. Und er lobte die Teamleistung. Die Welt war für alle voll in Ordnung. Topwetter mit einer kühlenden kleinen Bise, 620 Zuschauer, Schiedsrichterentscheide, die zu wenig Protesten Anlass gaben, Weissensteiner, die sich mit ihren Gegnern freuten.

Das Dankeschön

Einen Blumenstrauss von Vizepräsident Reto Tanner bekamen Marlies und Simon Kohler für die jahrelange Betreuung des Beizlis, das auch beim Barragespiel bestens funktionierte. Und es war ein Freudentag für SVM-Präsident Daniel Gisler: Nicht nur die erste Mannschaft, sondern auch die zweite und die Damen sind in eine höhere Liga aufgestiegen.

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