Zum Hauptinhalt springen

Zwei Stunden Walzerseligkeit im Rosenmeer

Was gibt es Schöneres, als mit Walzermelodien in ein neues Jahr zu starten? Wer eines der beiden diesjährigen Thuner Neujahrskonzerte im Kultur- und Kongresszentrum KKThun besucht hat, beginnt 2012 mit Garantie beschwingt. Doch dahinter steckt eine Menge Arbeit freiwilliger Helferinnen und Helfer.

Schon um 8 Uhr morgens rücken die ersten freiwilligen Helferinnen im Kultur- und Kongresszentrum KKThun an. Während andere noch dem Schlaf der Gerechten frönen oder gar ihren Silvesterkater ausschlafen, arbeitet ein Team fleissiger Frauen an der Blumendekoration für die Thuner Neujahrskonzerte 2012. Über sechshundert rote Rosen werden entlang der Fensterfront des Schadaufoyers, auf den Mauern und die Wänden entlang gesteckt. Im Lachenfoyer ist derweil die Servicecrew damit beschäftigt, die Tische für das Neujahrsdinner festlich herzurichten – und auch hier werden Rosen vom Motto der Thuner Neujahrskonzerte 2012 künden: «Dein ist mein ganzes Herz.» Noch früher ist das Küchenteam in der externen Produktionsküche mit den Vorbereitungen für das festliche Mahl aufgeboten worden. Die Nacht der Küchenbrigade war kurz; viele haben bereits während der Silvesternacht für das leibliche Wohl der Partygäste gesorgt – bis zur traditionellen Mehlsuppe um 2 Uhr in der Früh (vgl. Bericht über die Silvesterfeierlichkeiten auf Seite 3). Gegen Mittag treffen über siebzig Musikerinnen und Musiker des Thuner Stadtorchesters (TSO) ein – und mit ihnen die beiden Solisten Jeanne-Pascale Künzli und Raimund Wiederkehr sowie der Gastdirigent Iwan Wassilevski. Gleich zweimal werden sie am 1.Januar für mehr als 100 Minuten Operettenseligkeit sorgen. Während am Fernsehen das traditionsbehaftete Wiener Neujahrskonzert in alle Welt übertragen wird, steht für das TSO und die Lichttechniker eine letzte Probe an. Das Nachmittagskonzert ist ausverkauft; bis alle ihren Sitz der 740 Plätze gefunden haben, wird es nach 15 Uhr. Hinter der Bühne herrscht derweil kaum eine Spur von Anspannung; die Künstler wissen, was sie können – und sie kennen ihr Thuner Publikum. Nur der Tenor Raimund Wiederkehr wird allmählich zappelig. «Können wir anfangen?», fragt er leise, während die Basler Sopranistin Jeanne-Pascal Künzli ihren Fächer für den ersten Auftritt mit dem Duett «Dieser Anstand» aus der Operette «Die Fledermaus» ergreift. Die Radiomoderatorin Regula Perret-Fahrni ordnet ihre Kärtchen und packt ihr Mikrofon fürs erste Interview mit den Solisten. Mehr als 100 Minuten voller Walzer- und Polkaklänge, von Johann Strauss’ «Fledermaus» über Kálmáns «Csárdásfürstin» bis zu Léhars «Die Herzogin von Chicago» entführen die Konzertbesucher in eine Welt der amourösen Verwicklungen, die (fast) immer zu einem guten Ende führen. Was in den Konzertreihen nicht funktioniert, wird dafür hinter der Bühne umso eifriger angewandt: Walzer tanzen im Dreivierteltakt. Nach knapp 120 Minuten strömen die Besucherinnen und Besucher aus dem Schadausaal, um mit einem Cüpli auf das neue Jahr anzustossen. Für die Rosenverkäuferinnen und das OK kommt die Bewährungsprobe erst noch: Die meisten Besucher räumen die Rosendeko ab, was bedingt, dass vor dem 19-Uhr-Konzert überall rote Rosen nachgesteckt werden müssen. Als auch das Abendkonzert vor vollen Rängen reibungslos über die Bühne geht und die Lichter im Saal verlöschen, gehts ans grosse Aufräumen. Die Gäste im Lachenfoyer des KKThun merken davon nichts; sie geniessen ihr festliches Dreigangmenü, das erstmals in Kombination mit den neunjährigen Thuner Neujahrskonzerten angeboten wird. Kurz vor Mitternacht sind die eifrigen Helferinnen, die seit 8 Uhr auf den Beinen sind, mit Abräumen fertig. Nun endlich dürfen auch sie auf Neujahr anstossen. HeinerikaEggermann Dummermuthwww.neujahrskonzerte-thun.ch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch