Zweisimmen will nicht leer ausgehen

Zweisimmen

Die Gemeinde Zweisimmen will nach dem Bahnhofumbau nicht nur Durchfahrtsort sein. Die Behörden arbeiten mit 14 Partnern an einem Masterplan.

Der Bahnhofumbau soll der Gemeinde auch Nutzen bringen. Sie überlegt sich mit 14 Partnern, was für Projekte realisiert werden könnten.

Der Bahnhofumbau soll der Gemeinde auch Nutzen bringen. Sie überlegt sich mit 14 Partnern, was für Projekte realisiert werden könnten.

(Bild: zvg/Matthias Kurt)

Das gigantische Bahnhof-Umbauprojekt für 58 Millionen Franken neigt sich seinem absehbaren Finale entgegen. Ende 2017 werden die baulichen und bahntechnischen Massnahmen weitgehend abgeschlossen sein, ist einem Communiqué zu entnehmen.

Und weiter: «Im kommenden Jahr wird die Umspuranlage eingebaut, und anschliessend werden erste Testfahrten auf der Golden-Pass-Strecke Montreux–Interlaken durchgeführt. Die definitive Betriebsaufnahme ist ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 vorgesehen.»

Wars das dann für die Gemeinde Zweisimmen, die künftig befürchten muss, einfach zwischen Montreux und Interlaken-Ost durchfahren zu werden? Hubert Klopfenstein, Projektleiter «Einstiegsportal Zweisimmen», und Gemeinderatspräsident Ernst Hodel winken ab. «Wir hatten schon 2014 eine Klausurtagung, welchen Nutzen wir aus dem neuen Bahnhof ziehen wollen», sagt Letzterer. «In den letzten Monaten wurde ein Koordinationsabkommen ausgearbeitet.»

Unterzeichnet haben es 15 Partner, die an einem Masterplan «Einstiegsportal Zweisimmen» arbeiten: Es sind dies unter anderem die Bahngesellschaften BLS und MOB, Bergbahnen der Destination Gstaad BDG, Automobilverkehr AFA, IG Golden Pass, Kioskbetreiberin Valora, Landi, ­Liegenschaftsbesitzer der ZPP-Zonen Rawyl-Sternen und Derby, Zweisimmen Tourismus, Gewerbeverein und Gemeinde.

Für eine bessere Anbindung

Dazu ist laut Hodel zu sagen, «dass ja nur eine beschränkte Anzahl Züge nach Beendigung der Umspuranlage durchfahren werden. Wir streben einen Halbstundentakt von und nach Spiez und Bern an und damit eine bessere Anbindung ans Mittelland. Es soll zu einem Argument werden, statt durch den Lötschberg auch bewusst ins Simmental zu reisen. Da sind wir auch mit der BLS am Verhandeln.»

Vor Ort soll auch der Rinderberg besser angebunden werden. Die Rede ist weiter von einem touristischen Infocenter, von der Grundlagenausarbeitung eines neuen Hotels, vom Attraktivermachen von Bahnhofplatz und Unterführung. Hodel: «Auch aus der Umspuranlage wollen wir Nutzen ziehen. Technisch ist dies eine einmalige Angelegenheit. Es gibt viele Leute, die das sehen wollen. Von Juli bis Mitte August wird man mit den Partnern reden und ausgewählte Leute miteinbeziehen, die Inputs geben können. Um den 20. September werden wir an die Öffentlichkeit gehen, damit die Bevölkerung ihre Meinung dazu sagen kann.»

82'500 Fr. von Bund/Kanton

Bund und Kanton beteiligen sich an dem als förderungswürdig angesehenen Pojekt mit 82'500 Franken an den veranschlagten Kosten von 124'000 Franken.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt