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Zweiter Frühling im Herbst

HandballBorna Franic (36) hat in den ersten Partien der Saison demonstriert, für

Profi Borna Franic befindet sich in einem aufregenden Stadium seiner Laufbahn. 36-jährig ist er – Ewigkeiten wird er nicht mehr spielen. Der Vertrag mit Wacker Thun endet mit Saisonschluss. Beim Kroaten liegt vieles im Bereich des Vorstellbaren. Er sagt: «Ich bin keiner, der heute plant, was er in ein paar Jahren machen wird.» Er pflege in der Gegenwart zu leben, und da gefalle es ihm in Thun sehr gut, und Handball sei nach wie vor grösstes Vergnügen. Er und seine Frau hätten einen Sohn, den 4-jährigen Bruno, und würden sich wohl auch nach ihm richten. «Sollte er hier in die Schule gehen, werden wir nicht gleich umziehen. Er soll nicht aus einem Umfeld gerissen werden.» Den Übergang vom Handballer zum Berufstätigen möchte Borna Franic fliessend gestalten. «Einen Schnitt werde ich kaum machen», sagt er. Was die Suche nach Arbeit erschwert: Der Kroate ist immer Vollzeitangestellter seiner Handballvereine gewesen. Bevor er nach der Jahrtausendwende in die Schweiz wechselte, hatte er in seiner Heimat und in Valencia gespielt. In der Hafenstadt konnte er sich mit den Branchenbesten messen. Gefallen hats ihm trotzdem nicht. «Die spanische Hektik mochte ich nicht.» In der Schweiz hat sich Borna Franic als treffsicherer Rückraumakteur etabliert. Bei Ex-Klub Endingen erzielte der Rechtshänder alleine in der Saison 2009/2010 überragende 279 Tore. Er war da Topskorer. Aber das interessierte ihn eigentlich gar nicht. «Mir ist egal, wer trifft. Meine Laune mache ich nicht von meiner Ausbeute abhängig. Wenn wir gewinnen, bin ich glücklich – egal, was ich dazu beigetragen habe.» Franic versteht sich nicht als Schlüsselspieler. Die Statistiken widersprechen ihm. Wacker Thun gewann die ersten fünf Spiele auch wegen Franic. Trainer Martin Rubin sagt: «Borna hat uns da enorm geholfen.» Gegen Winterthur verloren die Berner Oberländer heuer erstmals. Der Kroate traf bloss einmal. «Ein Rezept gibt es nicht» Der 36-Jährige erlebt im Herbst 2011 seinen zweiten Frühling und vermag jene Rolle auszufüllen, welche die Entscheidungsträger Wacker Thuns ihm zuordnen. Zufrieden waren sie mit ihm in der letzten Saison nicht immer. Borna Franic wurde da auch einmal kritisiert. Seine Leistungen, warf man ihm vor, seien zu inkonstant. Er sagt: «Es gibt kein Rezept, nach dem man immer gut spielt. Gäbe es eins, würde es ja jeder kaufen gehen.» Sein Auftritt sei auch vom Gegner und dessen Abwehrverhalten abhängig. Deswegen befasst sich der Kroate gewöhnlich schon am Montag mit dem nächsten Widersacher. «Und im Spiel merke ich dann nach zwei, drei Schüssen, ob ich gut sein werde.» Es sei wichtig, in der Startphase Vertrauen aufzubauen. Das will Wacker Thuns Nummer 8 auch heute tun. Die Berner Oberländer empfangen um 17 Uhr Endingen, den Tabellenletzten. Franic sagt: «Solche Begegnungen sind immer schwieriger, als du denkst.» Zwanzig Jahre Handball prägen eben.Adrian Horn>

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