Zwischenlandung mit Wendung auf Gate 25B

Interlaken

Eine Handvoll Reisende sitzt auf einem Flughafen fest, ihr Leben nimmt eine neue Wendung. Die Theatergruppe des Gymnasiums Interlaken/Gstaad hat das Musical «Gate 25B» kreiert.

Flughafenszene im Musical «Gate 25B» des Gymertheaters: Warten auf die Weiterreise.

Flughafenszene im Musical «Gate 25B» des Gymertheaters: Warten auf die Weiterreise.

(Bild: Monika Hartig)

«Hallo Tim, hörst du mich? Ich muss dringend mit dir reden, sag doch was!» Ein verzweifel­tes Mädchen telefoniert am Flughafen mit ihrem Freund: «Ich liebe dich. Aber du heiratest einfach eine andere. Scheisse!» Die anderen Reisenden schauen genervt und zischen «pscht...». Doch dann dreht sich die Gruppe um und singt das Lied «Break Free», untermalt von Piano­klängen.

Am Mittwoch probten die Chor- und die Theatergruppe des Gymnasiums Interlaken/Gstaad in der Aula erstmals zusammen das selbst kreierte Musical «Gate 25B». Am Klavier begleitete sie dabei Gymerlehrer und Chorleiter Matthias Zimmer.

«Ihr seid gerade noch Gäste am Flughafen, und im nächsten Moment seid ihr Teil des Musicals», sagte Theaterregisseur Matthias Rüttimann. Die Schülerinnen und Schüler nahmen einen neuen Anlauf. «Das tönt noch etwas schwach und zaghaft. Raus mit der Stimme!», so der Regisseur Rüttimann, der gemeinsam mit Erika Schnid­rig die Szenen erarbeitet. So wünschte etwa der Pianist Augenkontakt zur singenden Gruppe, oder ein verspäteter Passagier musste noch lauter rufend den anderen hinterherrennen.

Ausbrechen aus Traditionen

Rüttimann: «Das Stück dreht sich um das Ausbrechen aus alten Mustern und Traditionen oder um einen Spurwechsel, etwa um Träume zu realisieren.» Die Mädchen und Jungen hätten die Figuren erfunden und spielten diese selbst. «Dabei stellten sie sich Fragen wie: Wovon kann sich diese Person befreien? Was sind ihre Belastungen, ihre Träume?», so der Regisseur.

Die heutige tolerante Gesellschaft biete Jugendlichen so viele Perspektiven und Möglichkeiten, dass dies nicht einfach zu beantworten sei. Matthias Rüttimann: «Wir haben Szenen erfunden, die in alle Richtungen gehen, und mussten uns überlegen, wie wir diese zusammenbringen.» Dafür habe sich das Szenarium eines Flughafens angeboten: «Ein Flughafen ist ein Ort des Transits, man ist aufgebrochen, aber noch nicht am Ziel angekommen», erklärt der Regisseur.

Gestrandet ist etwa ein entlassener Manager. Er klagt der Putzfrau des Flughafens sein Leid. Matthias Rüttimann: «Diese Szene ist wie ein Tagtraum und kippt dann in die Musicalszene. Das Gefühl, die Stimmung ‹Wohin geht die Reise, wohin führt mein Leben?›, das wird ins Musical übertragen», so der Regisseur. Sowohl die Theater- als auch die Chorgruppe übten schon lange und würden ihren Part jeweils gut kennen. «Schwierig ist nun, beides innert kürzester Frist zusammenzufügen. Die Zeit wird uns knapp», sagt Rüttimann.

Vorstellungen in der Aula Gymnasium Interlaken. Generalprobe, Schülervorstellung: Donnerstag, 22. März, um 18 Uhr. Premiere: Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen am Samstag, 24. März, um 19.30 Uhr, und Sonntag, 25. März, um 17 Uhr.

Berner Oberländer

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