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Fahrt mit Schuss durch Montenegro

Grosse Gegensätze trotz kurzer Distanzen im kleinsten Land des Balkans: Magischen Momenten in der Blauen Grotte folgen Schauergeschichten über blutrünstige Bergteufel.

Aleksandra Hiltmann, Herceg Novi
«Wild und schön», unter diesem Motto steht die Reise mit Eurobus. Es beginnt ruhig, in Herceg Novi, auch die Stadt der tausend Stufen genannt. Der Ausblick nach dem Treppensteigen lohnt sich. Freier Blick auf die Adria.
«Wild und schön», unter diesem Motto steht die Reise mit Eurobus. Es beginnt ruhig, in Herceg Novi, auch die Stadt der tausend Stufen genannt. Der Ausblick nach dem Treppensteigen lohnt sich. Freier Blick auf die Adria.
Aleksandra Hiltmann
Doch bevor es richtig losgeht, bekommen wir eine Flasche Schnaps überreicht, von einem Matrosen eines anderen Bootes, das wir kreuzen.
Doch bevor es richtig losgeht, bekommen wir eine Flasche Schnaps überreicht, von einem Matrosen eines anderen Bootes, das wir kreuzen.
Aleksandra Hiltmann
Aber auch ohne Schuss begeistert die Blaue Grotte unter der Luštica-Halbinsel.
Aber auch ohne Schuss begeistert die Blaue Grotte unter der Luštica-Halbinsel.
Aleksandra Hiltmann
Später wagen sich jene, die nicht frieren, ins Wasser. Anderelauschen am kleinen Kieselstrand dem Seemannsgarn, das ein grau melierter Kapitän eines anderen Ausflugsbootes rund um seine verflossenen Romanzen spinnt.
Später wagen sich jene, die nicht frieren, ins Wasser. Anderelauschen am kleinen Kieselstrand dem Seemannsgarn, das ein grau melierter Kapitän eines anderen Ausflugsbootes rund um seine verflossenen Romanzen spinnt.
Aleksandra Hiltmann
Frisch grillierter Fisch wird serviert, an uns ziehen Fischerboote vorbei, grosse Kreuzfahrtschiffe und die neuen Jachthäfen ausländischer Investoren, unter anderem Samih Sawiris' Luštica Bay.
Frisch grillierter Fisch wird serviert, an uns ziehen Fischerboote vorbei, grosse Kreuzfahrtschiffe und die neuen Jachthäfen ausländischer Investoren, unter anderem Samih Sawiris' Luštica Bay.
Aleksandra Hiltmann
Folkloretänze in Herceg Novi.
Folkloretänze in Herceg Novi.
Aleksandra Hiltmann
Einer der spektakulärsten Ausblicke in die vier Buchten um Kotor bietet sich einem bei der Meerenge vor Perast.
Einer der spektakulärsten Ausblicke in die vier Buchten um Kotor bietet sich einem bei der Meerenge vor Perast.
Aleksandra Hiltmann
Man ist umrundet von steil ins Meer stürzenden Felsen.
Man ist umrundet von steil ins Meer stürzenden Felsen.
Aleksandra Hiltmann
Perast war ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel. Die Spuren der Venezianer, die einst hier verkehrten, sind noch heute sichtbar in der Architektur des Städtchens.
Perast war ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel. Die Spuren der Venezianer, die einst hier verkehrten, sind noch heute sichtbar in der Architektur des Städtchens.
Aleksandra Hiltmann
Vor dem Küstenstädtchen Perast liegt die Kapelle Gospa od Škrpjela (Unsere liebe Frau von denFelsen) auf der gleichnamigen kleinen Insel.
Vor dem Küstenstädtchen Perast liegt die Kapelle Gospa od Škrpjela (Unsere liebe Frau von denFelsen) auf der gleichnamigen kleinen Insel.
Aleksandra Hiltmann
Auch in Kotor hinterliessen die Venezianer spuren. Prächtige Paläste zeugen von den guten Zeiten, die die Stadt erlebt hat.
Auch in Kotor hinterliessen die Venezianer spuren. Prächtige Paläste zeugen von den guten Zeiten, die die Stadt erlebt hat.
Aleksandra Hiltmann
Die engen Gassen der Altstadt bieten im Sommer Frische und im Winter Schutz vor Kälte.
Die engen Gassen der Altstadt bieten im Sommer Frische und im Winter Schutz vor Kälte.
Aleksandra Hiltmann
Bevor man die Festung über Kotor erklimmt, sollte man sich stärken, etwa mit gefüllten Calamares.
Bevor man die Festung über Kotor erklimmt, sollte man sich stärken, etwa mit gefüllten Calamares.
Aleksandra Hiltmann
Blick über die Dächer der Altstadt von Kotor.
Blick über die Dächer der Altstadt von Kotor.
Aleksandra Hiltmann
Von den Stiegen der Festung über Kotor bietet sich einem ein Panorama über die Bucht. Die Stadt sowie die Bucht von Kotor stehen unter Unesco-Schutz.
Von den Stiegen der Festung über Kotor bietet sich einem ein Panorama über die Bucht. Die Stadt sowie die Bucht von Kotor stehen unter Unesco-Schutz.
Aleksandra Hiltmann
Die Stadt sowie die Bucht von Kotor stehen unter Unesco-Schutz.
Die Stadt sowie die Bucht von Kotor stehen unter Unesco-Schutz.
Aleksandra Hiltmann
Von der Küste, hier in der Nähe von Budva, ist man schnell im Hochland.
Von der Küste, hier in der Nähe von Budva, ist man schnell im Hochland.
Aleksandra Hiltmann
Das Land ist unwirtlich und schwierig zu bewirtschaften. Unter Tito blühte hier oben in der Stadt Cetinje eine Kühlschrankfabrik. Heute ist der Ort eher verschlafen. Früher jedoch war er Zentrum der Monarchie Montenegros. Bis zum Ersten Weltkrieg auch Hauptstadt des Landes.
Das Land ist unwirtlich und schwierig zu bewirtschaften. Unter Tito blühte hier oben in der Stadt Cetinje eine Kühlschrankfabrik. Heute ist der Ort eher verschlafen. Früher jedoch war er Zentrum der Monarchie Montenegros. Bis zum Ersten Weltkrieg auch Hauptstadt des Landes.
Aleksandra Hiltmann
Der Palast von Nikola I. lässt erahnen, wie prunkvoll und kriegerisch es damals zugegangen sein muss, davon zeugen prächtige Gewänder und wuchtige Säbel.
Der Palast von Nikola I. lässt erahnen, wie prunkvoll und kriegerisch es damals zugegangen sein muss, davon zeugen prächtige Gewänder und wuchtige Säbel.
Einem von Cetinjes Fürstbischöfen, Petar II. Petrovic-Njegoš, ist das Mausoleum auf dem Berg Lovcen, der über Cetinje thront, gewidmet.
Einem von Cetinjes Fürstbischöfen, Petar II. Petrovic-Njegoš, ist das Mausoleum auf dem Berg Lovcen, der über Cetinje thront, gewidmet.
Aleksandra Hiltmann
Die Fahrt dorthin ist kurvig. Ein Schluck Schnaps schadet da sicher nicht, finden unsere Reisebegleiter Edi Rohde und Miljan Marsenic, beide Montenegriner.
Die Fahrt dorthin ist kurvig. Ein Schluck Schnaps schadet da sicher nicht, finden unsere Reisebegleiter Edi Rohde und Miljan Marsenic, beide Montenegriner.
Aleksandra Hiltmann
Oben angekommen, blickt man auf die beiden Frauenstatuen des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrovic. Sie wiegen je 7,5 Tonnen. Typisch für Meštrovics Stil: die langen Finger der Statuen.
Oben angekommen, blickt man auf die beiden Frauenstatuen des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrovic. Sie wiegen je 7,5 Tonnen. Typisch für Meštrovics Stil: die langen Finger der Statuen.
Aleksandra Hiltmann
Ganze 28 Tonnen wiegt die Statue des Dichterfürsten. Um die Materialien und Statuen des Mausoleums auf den Lovcen zu transportieren, wurden in den 1970er-Jahren eigens ein Tunnel und eine Eisenbahn gebaut.
Ganze 28 Tonnen wiegt die Statue des Dichterfürsten. Um die Materialien und Statuen des Mausoleums auf den Lovcen zu transportieren, wurden in den 1970er-Jahren eigens ein Tunnel und eine Eisenbahn gebaut.
Aleksandra Hiltmann
Wieder unten in der Ebene, gibt es den typischen, hier oben geräucherten Schinken zu verkosten, den Njeguški pršut.
Wieder unten in der Ebene, gibt es den typischen, hier oben geräucherten Schinken zu verkosten, den Njeguški pršut.
Aleksandra Hiltmann
Eine der bekanntesten Attraktionen an der Küste Montenegros ist die Insel Sveti Stefan. Es war Titos Idee, das Dörfchen in den 50er- und 60er-Jahren in einen Hotelkomplex zu verwandeln. Heute ist die ganze Insel ein Hotel in privater Hand.
Eine der bekanntesten Attraktionen an der Küste Montenegros ist die Insel Sveti Stefan. Es war Titos Idee, das Dörfchen in den 50er- und 60er-Jahren in einen Hotelkomplex zu verwandeln. Heute ist die ganze Insel ein Hotel in privater Hand.
Aleksandra Hiltmann
Weiter Richtung Süden liegt die Stadt Bar, heute Montenegros wichtigster und grösster Exporthafen. Im Rumja-Gebirge über dem neuen Teil der Stadt liegt Stari Bar, das alte Bar. Rundherum Friedhöfe verschiedener Religionen. Bar hat eine multiethnische und multireligiöse Bevölkerung.
Weiter Richtung Süden liegt die Stadt Bar, heute Montenegros wichtigster und grösster Exporthafen. Im Rumja-Gebirge über dem neuen Teil der Stadt liegt Stari Bar, das alte Bar. Rundherum Friedhöfe verschiedener Religionen. Bar hat eine multiethnische und multireligiöse Bevölkerung.
Aleksandra Hiltmann
In den Gassen rund um Stari Bar gibt es einheimisches Olivenöl zu kaufen. Einer der ältesten Olivenbäume steht in dieser Gegend, er soll über 2000 Jahre alt sein.
In den Gassen rund um Stari Bar gibt es einheimisches Olivenöl zu kaufen. Einer der ältesten Olivenbäume steht in dieser Gegend, er soll über 2000 Jahre alt sein.
Aleksandra Hiltmann
Als Überraschung zwischendurch gibt es ein traditionelles Mittagessen. Hackfleischwürstchen – Cevapi – nach Geheimrezept.
Als Überraschung zwischendurch gibt es ein traditionelles Mittagessen. Hackfleischwürstchen – Cevapi – nach Geheimrezept.
Aleksandra Hiltmann
Rundherum Plattenbauten aus sozialistischer Zeit. Das neue Bar wurde nach dem 2. Weltkrieg als Planstadt aufgebaut.
Rundherum Plattenbauten aus sozialistischer Zeit. Das neue Bar wurde nach dem 2. Weltkrieg als Planstadt aufgebaut.
Aleksandra Hiltmann
Die Fahrt geht weiter an den Skutarisee, den grössten See des Balkans. Er gilt als Vogelparadies – ungefähr 280 Arten leben hier. Bei guten Bedingungen fahren Boote mit den Besuchern raus aufs Wasser.
Die Fahrt geht weiter an den Skutarisee, den grössten See des Balkans. Er gilt als Vogelparadies – ungefähr 280 Arten leben hier. Bei guten Bedingungen fahren Boote mit den Besuchern raus aufs Wasser.
Aleksandra Hiltmann
Die Berge an der Grenze zu Albanien im Rücken, fahren wir wieder hinauf, Richtung des Klosters Ostrog.
Die Berge an der Grenze zu Albanien im Rücken, fahren wir wieder hinauf, Richtung des Klosters Ostrog.
Aleksandra Hiltmann
Das letzte Stück zum in den Fels gebauten Kloster wird mit einem Minibus bewältigt. Das Radio scheppert Folkloreklänge dazu.
Das letzte Stück zum in den Fels gebauten Kloster wird mit einem Minibus bewältigt. Das Radio scheppert Folkloreklänge dazu.
Aleksandra Hiltmann
«Das Kloster Ostrog ist für viele Montenegriner der heiligste Ort», sagt Reiseleiter Miljan Marsenic. Es sei auch eines der am meisten besuchten Klöster des ehemaligen Jugoslawien.
«Das Kloster Ostrog ist für viele Montenegriner der heiligste Ort», sagt Reiseleiter Miljan Marsenic. Es sei auch eines der am meisten besuchten Klöster des ehemaligen Jugoslawien.
Unter dem Kloster: Ein weiteres Juwel aus sozialistischer Zeit.
Unter dem Kloster: Ein weiteres Juwel aus sozialistischer Zeit.
Aleksandra Hiltmann
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«Ihre Koffer sind weg, Ihre Pässe auch. Willkommen in Montenegro!», ruft der aus der Schweiz angereiste Chauffeur und Reiseleiter Edi Rohde, ursprünglich Montenegriner. Einige Passagiere wissen nicht, ob sie lachen sollen. Sie sind zum ersten Mal hier. Doch in den folgenden Tagen werden sie sich daran gewöhnen, dass der Humor auf dem Balkan schwarz ist. So schwarz wie die nahende Nacht, in der der Bus die Grenze zwischen Kroatien und Montenegro überquert. Die Grenzbeamtin staunt, als sie den Bus betritt. «Nicht schlecht.» Ruhig schaukelt das Modell Deluxe mit Ledersesseln, Steckdosen, Kaffeemaschine, Kartenanzeige auf Bildschirmen weiter entlang des Velebitgebirges in Richtung Herceg Novi. Passagiere, Gepäck und Pässe sind sicher auf dem Weg ins erste Hotel.

Am nächsten Tag stechen wir in See, vor uns die Halbinsel Lustica. Unterwegs kreuzen wir ein anderes Boot. Der Matrose grinst und reicht eine Schnapsflasche – «domaca», hausgemacht. Er sollte zur kleinen Gewohnheit werden, der kleine Schluck «domaca» zwischendurch. Dafür sorgen unsere Begleiter – mittlerweile ist der lokale Reiseleiter Miljan Marsenic zugestiegen.

Schöntrinken muss man sich Montenegro aber nicht. Das glasklare Wasser vor Herceg Novi begeistert, staunend lehnen sich die Reisenden in der Blauen Grotte über die Reling. Alles scheint in Türkis getaucht, die Steine am Meeresgrund wie durch eine Lupe vergrössert. Ein erster magischer Moment.

Die Adria ist unsere treue Begleiterin auf der Fahrt entlang der vier Buchten um Kotor. Auf der anderen Seite des Busses die «Crne Gore», die schwarzen Berge. Sie stürzen beinahe senkrecht ins tiefe Blau. In der Mitte die «Jadranska Magistrala», die Adria Magistrale. Diese Küstenstrasse ist kurvig, schmal, ab und zu hört man Äste an den Fensterscheiben kratzen. Ein Schnaps ist da sicher nicht verkehrt. Den Atem verschlägt es einem trotzdem – beim Halt an der Meerenge vor Perast. Vor uns eine Arena aus Fels, dahinter Berge, die sich blau aus dem Dunst erheben, sanft, gewaltig. Darauf nochmals ein Schnaps.

Mediterrane Paläste als Touristenmagnet

Schon früher waren die Buchten vor Kotor viel wert, der Handel und die Seefahrt florierten. Illyrer, Römer, Venezianer, später Österreicher, die Truppen Napoleons, Orthodoxe, Muslime, Katholiken – in der Gegend rund um Kotor und Perast machten viele halt. Kapitäne und Seemänner von damals kehrten oft zurück nach Perast, auf die Insel Gospa od Skrpjela (Unsere Liebe Frau von den Felsen), um sich für ihre Rettung und die sichere Heimkehr zu bedanken. Sie brachten handgemalte Bilder ihrer Schiffe, Laternen und Seile mit. Zu sehen sind sie in den Räumen der kunstvoll bemalten Kapelle aus dem 17. Jahrhundert.

Dank der Kreuzfahrt erlebt die Seefahrt erneut einen Aufschwung. Zum Glück lernen die Schweizer Busreisenden Kotor nicht in der sommerlichen Hochsaison kennen. In der Neben­saison flaniert man ungestört über die Pflastersteine und bestaunt die prächtigen Paläste und Balkone. Ein traditionelles Mittagessen in der Pescaria Dekaderon ist zu empfehlen. Die deftige Stärkung mit viel Fleisch braucht man, um die Festung über Kotor zu erklimmen. Von hier aus blickt man über das Mosaik aus Ziegeldächern und die Bucht vor Kotor. Sie alle befinden sich unter dem Schutz der Unesco.

Seinen ganz eigenen Charme zeigt uns am nächsten Tag Cetinje im Hochland, inmitten einer Landschaft aus unwirtlichen Felsen. Heute etwas verschlafen, war Cetinje bis zum Ersten Weltkrieg die Hauptstadt des Landes und Sitz bedeutender Monarchen. Der Palast von Nikola I lässt erahnen, wie prunkvoll und kriegerisch es damals zugegangen sein muss. Davon zeugen prächtige Gewänder und wuchtige Säbel. Einem von Cetinjes Fürst­bischöfen, Petar II Petrovic-Njegos, ist das Mausoleum auf dem Berg Lovcen gewidmet. Njegos wird bis heute verehrt. Er ist Autor des Nationalepos «Der Bergkranz» («Gorski Vijenac»). Die kroatische Bildhauerlegende Ivan Mestrovic höchstpersönlich wurde unter Tito beauftragt, das Mausoleum, das über der ursprünglichen Grabkapelle von 1854 gebaut werden sollte, zu entwerfen.

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Unseren Weg zum Lovcen übernimmt ein Ortsansässiger mit kleinerem Gefährt, das, anders als der Eurobus, um die 180-Grad-Kurven der einspurigen Strasse passt. Mit einem Schluck Schnaps schaut es sich gleich besser der wilden Landschaft zu, zu der wir Schauergeschichten über die Bergteufel hören. Sie galten als Krieger mit langen Haaren und Schnäuzen, die durch die Berge streiften, die Häupter der geköpften Gegner im Gepäck. Die Geschichten über wilde Männer weichen den zwei Frauen aus hellem Stein. Stoisch bewachen die Statuen das Mausoleum, das vom Nebel verschluckt wird.

Weiter unten, in einer grünen Ebene, wartet die nächste Attraktion: Njegusi, das Schinkendorf. Am besten schmeckt das geräucherte, in feine Scheiben geschnittene Fleisch in einem der kleinen Steinhäuser, aufgetischt mit ebenfalls vor Ort hergestelltem Käse und anderen Spezialitäten – und einem Glas Schnaps.

Hackfleischwürstchen zwischen Plattenbauten

Doch so unterhaltsam wie der schwarze Humor des Reiseleiters und Chauffeurs sein mag, so nachdenklich machen sie die Reisenden. Sie erzählen vom Leben abseits des Tourismus – Arbeitslosigkeit, tiefe Löhne, Abwanderung. In Montenegro ist das Leben nur bedingt planbar. Das zeigt auch unsere Reise: Buschauffeur Rohde und Reiseleiter Marsenic improvisieren mit Herzblut. Ungeplante Stopps werden eingelegt, weil ein an­derer nicht geklappt hat. Die Bootsfahrt auf dem zu stürmischen Skutarisee verschoben, dafür der Besuch zweier orthodoxer Klöster anstatt nur einem, ein offeriertes Mittagessen mit Fladenbrot und Cevapi – Hackfleischwürstchen – zwischen Plattenbauten der sozialistischen Planstadt Bar. Es sind diese Momente, die diese Reise zu mehr als einem normalen Urlaub mit einem Folkloreabend machen.

«Ich brenne für dieses Land und möchte dieses Feuer auch in anderen entfachen», sagt Marsenic. Auch ohne ihn und Rohde wäre der Funke übergesprungen – die Schönheit der Natur ist beeindruckend. Doch mit dem perfekten Duo brennt das Feuer für Montenegro ungleich stärker. Ob mit oder ohne «domaca».

Die Reise wurde unterstützt von Eurobus.

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