Spektakel unter Wasser

Die Welt unter Wasser hat ihre eigenen Reize. Ein Blick in acht aussergewöhnliche Tauchreviere.

Auge in Auge mit Schildkröten: Möglich sind solche Begegnungen unter anderem in Ägypten oder Indonesien. Foto: Jackmac34 (Pixabay)

Auge in Auge mit Schildkröten: Möglich sind solche Begegnungen unter anderem in Ägypten oder Indonesien. Foto: Jackmac34 (Pixabay)

Seit Mitte der 50er-Jahre im Roten Meer die ersten Tauchsafaris durchgeführt wurden, hat sich das Tauchen zum Breitensport entwickelt und als Tourismuszweig etabliert. Auch immer mehr Schweizer erliegen der Faszination und suchen weltweit die schönsten Tauchreviere. Wir haben Andrea Röthlisberger, Product Managerin beim Schweizer Tauchferienspezialisten Manta Reisen, nach aussergewöhnlichen Tauchrevieren gefragt.

Schildkröten-HighwayBunaken Nationalpark, Indonesien

Im Norden von Sulawesi liegt der Bunaken Nationalpark rund um die Inseln Siladen, Bunaken und Manado Tua. Die schönen Strände ziehen Sonnenhungrige, die vorgelagerten Riffe Taucher und Schnorchler an. Nebst den intakten Korallen begeistern farbige Schwammformationen, Schaukelfische und vor allem Schildkröten. Rund um Bunaken sieht man diese bei fast jedem Abstieg und auch beim Schnorcheln.

Die Schildkröten sind Aquanauten gewohnt und lassen diese ganz nah an sich herankommen. Ideal für Taucher und Schnorchler ist das Kuda Laut Boutiqe Dive Resort. Am Festland locken der grüne Dschungel mit seinen aussergewöhnlichen Bewohnern wie dem Tarsier-Äffchen, der exotische Markt von Tomohon oder die einfach zu besteigenden Vulkane Lokon und Mahawu.

Wracks und riesige FischschulenPalau, Mikronesien

Die Inselgruppe Palau im westlichen Pazifik ist eine tolle und vielseitige Tauchdestination. Unter Wasser gibt es gut erhaltene Schiffswracks aus dem zweiten Weltkrieg zu entdecken, die für alle Aquanauten zugänglich sind. Das Flugzeug-Wrack «The Zero Fighter» kann sogar von Schnorchlern erkundet werden. Daneben überzeugen der schöne Korallenbewuchs sowie die riesigen Schulen von Makrelen, Schnappern und Barrakudas auch verwöhnte Taucher.

Das Highlight aber sind die Begegnungen mit unzähligen Haien. Die starke Strömung an den exponierten Tauchplätzen zieht die pelagischen Jäger an. Mit einem Haken am Riff eingehängt, kann der Taucher die eleganten Räuber aus einem sicheren Käfig heraus in aller Ruhe bewundern. Nervenkitzel pur, wenn 50 oder mehr Haie plötzlich auf Armlänge an die Taucher herankommen.

Tauchen mit den WalhaienTriton Bay, Westpapua, Indonesien

Auf der kleinen Insel Aiduma, am südlichen Ende der Triton Bay in Westpapua, liegt die kleine Anlage der Triton Bay Divers. Direkt vom Bett im Bungalow aus geniesst man einen traumhaften Ausblick auf den weissen Sandstrand, das türkisfarbene Meer und tolle Sonnenaufgänge. Rund umd das Resort hat es wunderschöne Tauchplätze mit riesigen Fischschwärmen, farbenprächtigen Korallen, speziellen Krebsen und Zwergseepferdchen. Ein besonderes Highlight sind die standortreuen Walhaie, mit welchen man zwischen Dezember und März tauchen und schnorcheln kann. Manchmal wird man dabei sogar noch von Delfinen besucht … Ein Traum für weitgereiste Taucher.

In den KaminBlue Hole Dahab, Ägypten

Wie das Blue Hole in Belize gehört auch das Blue Hole an der Küste des Roten Meeres zu den besten Tauchplätzen der Welt. Gleichzeitig wird das Blue Hole bei Dahab auch als einer der gefährlichsten Tauchspots der Welt bezeichnet. Normalerweise steigt man beim Tauchplatz «Bells», einem tiefen Einschnitt im Riffdach nördlich des Blue Holes, ins Wasser. Durch einen Kamin steigt man bis auf 27 Meter hinab und lässt sich mit der Strömung dem schön bewachsenen Riff zum eigentlichen Blue Hole treiben.

Unterwegs lohnt es sich einen Blick ins Blaue zu werfen. Mit etwas Glück sieht man Makrelen, Schildkröten oder Haie. Im eigentlichen Blue Hole kann man nach Nacktschnecken und Fledermausfischen Ausschau halten. Der Tauchplatz wurde bereits 1968 vom israelischen Taucher Alex Shell entdeckt und erlangte aufgrund vieler Todesfälle mit den Jahren tragische Berühmtheit.

Schnorcheln mit den Teufeln der MeereHanifaru Bay, Malediven

Zwischen Juni und September ist in der Hanifaru Bay im Baa-Atoll die Hölle los. Hunderte von Mantas pflügen durchs Meer und fressen sich am Plankton im Wasser satt. Schnorchler können diesem Spektakel gegen Entrichtung einer Gebühr – welche vollumfänglich dem Manta Trust zukommt – beiwohnen. Milaidhoo Island liegt nur knapp 12 Bootsminuten entfernt und bietet somit eine ideale Ausgangslage.

Skurrile Kleinstlebewesen beim Muck-TauchenNegros, Philippinen

Der schwarze Sand vor der Küste Dauins wirkt auf den ersten Blick leblos. Erst auf den zweiten und den dritten Blick – vielleicht auch nur mit der Hilfe der Diveguides mit ihren Adleraugen – zeigt sich dem Taucher die ganze Pracht: haarige Anglerfische, grimmige Himmelsgucker und herzige Zwergtintenfische. Auch Schnorchler kommen um die kleine Insel Apo voll auf ihre Kosten und erfreuen sich ab den intakten Korallen und den Schildkröten.

Dauin bietet jedoch nicht nur etwas für Unterwasser-Sportler. Hotels wie das Atmosphere Resort verfügen über einen SPA, bieten Yoga und Mountain-Bike-Touren an und verfügen zum Teil über professionell ausgestattete Fitnesscenter und TRX-Parcours.

Paradies für IndividualistenBonaire, Kleine Antillen

Die kleine Antillen-Insel liegt vor der Küste Venezuelas, ausserhalb des Hurrikan-Gürtels und kann somit das ganze Jahr betaucht werden. Windsurfer fühlen sich vor allem an der atlantischen Ostküste wohl, während Taucher die ruhige westliche Seite Bonaires schätzen. Bereits 1979 wurde der Bonaire Marine Park gegründet und zieht seither jährlich etwa 50'000 Tauchtouristen an.

Die Tauchspots der Hauptinsel sind alle gut gekennzeichnet und vom Strand aus erreichbar. Die meisten Taucher mieten sich ein Auto, holen bei einer Tauchschule von Buddy Dive die gefüllten Tanks und erkunden danach individuell und ohne Vorgaben die Unterwasserwelt Bonaires. Aquariumfeeling pur – warmes Wasser mit tollen Sichtweiten, farbigen Schwämme in allen Formen, Krustentiere, Seepferdchen und Sepien.

Bizarre Lavaformationen und neugierige SeelöwenGalapagos Inseln, Ecuador

Wer die Unterwasserwelt der Galapos Inseln westlich von Ecuador erkunden möchte sollte hochseetauglich sein, über genügend Taucherfahrung verfügen und ein gut gefülltes Portemonnaie mitbringen. Wer diese Voraussetzungen erfüllt wird sowohl unter als auch über Wasser Eindrückliches erleben. Die kühlen Gewässer rund um die Galapagos Inseln sind bekannt für Begegnungen mit Hammerhaien, Mantas, tauchenden Leguanen und neugierigen Seelöwen. Auf den Inseln haben es sich zwischen bizarren Lavaformationen Albatrosse und zahlreiche andere Vogelarten gemütlich gemacht. Kein Wunder, hat die Unesco die Inseln zum Weltnaturerbe erklärt.

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