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Nicht nur Shetlandponys haben es drauf, sondern auch die Inseln

Wer es urchig, abenteuerlich und etwas abgeschieden mag, ist auf den Shetlandinseln genau richtig.

Claudia Peter, Travelcontent
Wer sucht, der findet: Shetland bietet alles, was Touristen seit jeher an Schottland lieben – ohne die Touristenmassen. Fotos: Pixabay
Wer sucht, der findet: Shetland bietet alles, was Touristen seit jeher an Schottland lieben – ohne die Touristenmassen. Fotos: Pixabay

Die abgelegenen Shetlandinseln wurden vom Reiseführer Lonely Planet zu einer europäischen Top-Destination 2019 erkoren. Diese neun Gründe machen die nördlichste Inselgruppe Grossbritanniens zur Muss-Destination für Naturfreunde, Geschichts-Nerds und Adrenalin-Junkies.

Abgelegener geht kaum

Wo der Atlantik auf die Nordsee trifft und sich die Grenze zwischen Skandinavien und Schottland aufweicht, liegt Shetland, Grossbritanniens nördlichster Punkt. Shetland ist eine Inselgruppe, die rund 100 Inseln umfasst, 15 davon sind bewohnt. Von der Hauptinsel Mainland aus erreicht man die umliegenden Inseln per Fähre, so etwa die zweitgrösste Insel Yell, das Vogelbeobachter-Paradies Fetlar, die abgelegenen Out Skerries oder das kleine Unst, die nördlichste von Grossbritanniens nördlichsten Inseln. Selbst die Anreise nach Shetland ist abenteuerlich: Von Aberdeen aus nimmt man am besten die Nachtfähre und lässt sich auf eine zwölfstündige Fahrt durch eine oftmals stürmische See ein. Wenn es ruhiger ist, lassen sich Delfine beobachten und nach Einbruch der Dunkelheit ein einmaliger Sternenhimmel.

Dramatische Szenerie: Klippen an der Küste von Shetland.
Dramatische Szenerie: Klippen an der Küste von Shetland.

Schottland ohne die Touristenmassen

Shetland bietet alles, was Touristen seit jeher an Schottland lieben: einsame Strände, imposante Küsten, grüne Hügelzüge, eine Menge Schafe, unzählige gemütliche Pubs, besten Whisky, trockensten schottischen Humor und herzlichste schottische Gastfreundschaft. Weil die Inseln aber so abgelegen sind, erlebt der abenteuerlustige Reisende hier all dies ohne die auf dem Festland mittlerweile fast schon abschreckenden Touristenmassen. Bed and Breakfasts haben in Shetland auch in der Hauptsaison noch freie Betten, die Wandergebiete versprechen Einsamkeit und halten sie auch.

Farbexplosion: Algen, Gras und ein knallblaues Boot.
Farbexplosion: Algen, Gras und ein knallblaues Boot.

Wikingergeschichte erwacht zum Leben

Die Wikinger haben Shetland im Mittelalter im Sturm erobert. Die Inseln waren ein wichtiger Durchgangsort des Wikingerreichs. Viele haben sich dauerhaft niedergelassen und Häuser und Farmen errichtet. Auf der Insel Unst sind Überreste dieser Häuser zu sehen, ein Nachbau eines Wikinger-Langschiffes und Shetlands grösster «Standing Stone». Zudem wird in Shetland die Wikingerkultur jeden Januar zum Leben erweckt, wenn die Dörfer und Städte Up-Helly-Aa feiern: Als Wikinger verkleidet tragen die Einheimischen ein Langschiff mit einem spektakulären Fackelumzug durch die Strassen, bevor es unter grossem Gejubel in Brand gesetzt wird.

Geigenirrsinn in Lerwick

Lerwick, die Hauptstadt der Shetlandinseln, ist der ideale Ausgangsort, um die Inseln zu erkunden. Das kleine, charmante Städtchen wurde so nah ans Wasser gebaut, dass die Wellen gegen die Mauern einzelner Häuser schlagen. An der schmalen Hauptstrasse reihen sich Pubs, die wöchentlich Livemusik bieten. Lokale Geigenspieler zeigen hier ihr Talent, und Besucher sind oft eingeladen mitzuspielen. Darüber hinaus wird die Liebe zur Musik mit jährlichen Festivals noch mehr zelebriert, so etwa am «Shetland Folk Festival», am «Shetland Accordion & Fiddle Festival» und an der treffend benannten «Fiddle Frenzy» («Fiedel-Rausch») .

Lokale Geigenspieler zeigen hier ihr Talent, und Besucher sind oft eingeladen mitzuspielen.
Lokale Geigenspieler zeigen hier ihr Talent, und Besucher sind oft eingeladen mitzuspielen.

Ein Paradies für Vogelbeobachter

Shetland ist ein Paradies für Vogelfreunde. Im Sommer sind die Moorlandschaften der Insel Yell voller brütender Vögel, man sieht gar seltene Arten wie den kleinen Raubvogel Merlin. Auf Unst ist das Hermaness National Nature Reserve für seine schönen Wanderwege mit Vogelbeobachtungsmöglichkeiten bekannt. Oder man nimmt eine Fähre zur Inselgruppe Out Skerries, die ein wichtiges Zwischenziel vieler Vogelarten auf Wanderschaft ist. Aber auch auf Mainland lassen sich Vögel beobachten: Zum Beispiel auf dem Sumburgh Head im Süden, wo Meeresvögel in den steilen Klippen nesten, darunter der ulkige, clowneske Puffin.

Der ulkige, clowneske Puffin bietet ein dankbares Fotomotiv.
Der ulkige, clowneske Puffin bietet ein dankbares Fotomotiv.

Dratsies, Selkies und Ponys

Auch für nicht ganz so Vogelinteressierte bietet Shetland einiges an Tierwelt: Dratsies (Otter) und Selkies (Seehunde) spielen vor der Küste, je nach Jahreszeit können Wale weiter draussen im Meer beobachtet werden. Das bekannteste Tier der Shetlandinseln ist aber das Pony. Das kleine, stämmige Pferdchen wurde früher als Arbeitstier auf dem Feld und im Bergbau eingesetzt. Heute werden die Tiere nach wie vor gezüchtet, und die Herden weiden zumeist frei auf den hügeligen Inseln. Sie nähern sich den Besuchern oft ohne Scheu; am meisten Tiere trifft man auf Unst an.

Man trifft sogar noch mehr Schafe als Ponys an. Diese sind wichtig für die berühmte Shetlandwolle.
Man trifft sogar noch mehr Schafe als Ponys an. Diese sind wichtig für die berühmte Shetlandwolle.

Adrenalin pur

Wer es gerne etwas abenteuerlicher als beim Wandern und Vogelbeobachten mag, der wird auf Shetland ebenfalls fündig: Das Meer zwischen den Inseln eignet sich vielerorts zum Kanufahren und Segeln. Wem das kalte Wasser keine Angst macht, der findet tolle Surfspots, zum Beispiel in der Nähe des Sumburgh Head. Die Inseln sind zudem eine Kletterdestination. Die schwarzen, imposanten Klippen von Eshaness bieten einige spektakuläre Kletterrouten, wobei einem die tosenden Wellen des Nordatlantiks immer dicht auf den Fersen sind.

Strickfest und Folklore

Noch zahlreicher als die Ponys sind auf Shetland die Schafe. Wolle ist Nationalgut und Strickware das beliebteste Souvenir. Die verspielten Strickmuster variieren von Insel zu Insel. Es geht aber nicht nur um modische Statements: Ein Pullover aus dicker Shetlandwolle hält im wechselhaften nordischen Wetter warm. Die shetländische Strickmanie kulminiert in der jährlichen «Shetland Wool Week» Ende September.

Die Schönste von allen

Wem die Shetlandinseln noch nicht abgelegen genug gewesen sind, dem sei ein Ausflug auf die Fair Isle, die «schöne Insel», empfohlen. Die Fair Isle ist ein einsamer, turmartiger Felsen inmitten des tosenden Ozeans, etwa auf halbem Weg zwischen den Orkney- und den Shetlandinseln. Gerade mal 70 Einwohner zählt die Insel, das übrige Land gehört den Schafen und Vögeln. Einsamkeit, Naturgewalt und ein warmes schottisches Willkommen sind den abenteuerlustigen Besuchern hier sicher.

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Ein Beitrag von Travelcontent.com

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