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Welches Ende hätten S’ denn gern?

Egal ob in der Schweiz oder in Spanien, in Portugal oder Sri Lanka: Überall dort, wo es scheinbar nicht weitergeht, wähnt sich der Mensch am Ende der Welt.

Horton-Plains-Nationalpark in Sri Lanka: Grosses Finale mit Ozeanblick. Foto: Getty
Horton-Plains-Nationalpark in Sri Lanka: Grosses Finale mit Ozeanblick. Foto: Getty

Engelberg, Schweiz

Wenn Ottmar Hitzfeld, der ehemalige Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft, aus seinem Fenster schaut, dann ist das Weltende nicht weit. In der Nähe seines Zweitwohnsitzes in der Obwaldner Gemeinde Engelberg ragt eine steile Felswand mit Namen «Ende der Welt» in die Höhe. Bei der Vermarktung des Ortes haben sich die Schweizer den apokalyptischen Namen zunutze gemacht. Im anliegenden «Ende der Welt»-Restaurant kann man sich einen gleichnamigen Schnaps genehmigen. Oder auch Hitzfelds Leib­speise: Schnitzel mit Pommes.

Horton Plains, Sri Lanka

Im Horton-Plains-Nationalpark in Sri Lanka hat man die Wahl zwischen dem grossen und dem kleinen Ende der Welt. Vom Big World’s End, einem Steilhang von 870 Meter Höhe, kann man bei klarer Sicht bis zum Indischen Ozean blicken. Wenige Kilometer davon entfernt liegt eine zweite, deutlich flachere Klippe – das Small World’s End. Etwas Glück braucht man an beiden Aussichtspunkten: Nicht selten ziehen vormittags dicke Nebelschwaden über das Tal. Wer das Weltende sehen möchte, sollte also früh aufstehen.

Algarve, Portugal

Die Römer sahen im kargen Küstenland am Rande Portugals das Ende der Alten Welt. Für Wolfgang Bad wurde das Cabo de São Vicente deshalb zum Ausgangspunkt seiner Erfolgsgeschichte: Seit 20 Jahren verkauft der Nürnberger am Kap «die letzte Bratwurst vor Amerika». Nicht weit vom Abgrund hat er seine Imbissbude aufgestellt. Die Algarve findet dort ein jähes Ende, die schroffe Steilküste fällt 70 Meter hinab in den Atlantik. Und wenn man vom Wurststand auf das Meer hinausblickt, dann kann man Amerika im Westen erahnen.

Pennsylvania, USA

In den USA liegt das Weltende mitten im Landesinneren. Im Herzen Pennsylvanias erstrecken sich die Berge, Wälder und Seen des Worlds End State Park. Der Name leitet sich, so vermutet man es zumindest, von der Topografie des Gebiets ab: Sieben Gebirgszüge laufen hier zusammen. «Sie geben einem das Gefühl, als sei man am Ende der Welt angelangt», schrieb der Förster William Swingler einst über den Ort. Diese Abgeschiedenheit wirkt anziehend – auf Wanderer ebenso wie auf die Schwarzbären, die dort gesichtet werden.

Galicien, Spanien

Den Jakobsweg beenden viele Pilger nicht in Santiago de Compostela, sondern mit Blick aufs weite Meer. Dafür folgen sie dem Camino weitere 80 Kilometer bis zum Kap Finisterre, dem Ende der Welt. Die katholische Kirche erkennt diese Etappe nicht an. Trotz seines Namens befindet sich am Kap weder der westlichste Punkt des spanischen Festlandes (sondern etwas weiter nördlich) noch der westlichste Punkt Europas (sondern am Cabo da Roca in Portugal).

Cornwall, England

Die wildromantische Landschaft Cornwalls wurde hierzulande vor allem durch die süsslichen Rosamunde-Pilcher-Filme bekannt. Ein besonders beliebter Drehort für dramatische Szenen ist das Land’s End – jene Landzunge, die zum westlichsten Punkt der Insel führt. Vor allem deutsche Touristen reisen, angelockt von Pilcher-Episoden wie «Stürmische Begegnung», zahlreich dorthin. Wer tatsächlich auf der Suche nach romantischer Zweisamkeit ist, der wird am britischen Ende der Welt deshalb garantiert nicht fündig werden.

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