This Will Rock You

In Montreux kann man die ehemalige Villa von Freddie Mercury, das sogenannte Duck House, mieten.

Auf den Spuren des genialen Queen-Sängers: Die Anlage grenzt auf der ganzen Länge an den Genfersee. <nobr>Foto: Interhome</nobr>

Auf den Spuren des genialen Queen-Sängers: Die Anlage grenzt auf der ganzen Länge an den Genfersee. Foto: Interhome

Christoph Hämmann

Ausgangs Montreux wird das Genferseeufer zum Privateigentum. In Clarens auf der Rue du Lac erahnt man allenfalls, welch prächtige Villen sich hinter den Hecken und Mauern verbergen. Nur mit dem richtigen Schlüssel öffnet sich das Gartentor zum Anwesen, das einst Freddie Mercury bewohnte. «Wenn du deinen Seelenfrieden willst, komm nach Montreux», soll die Poplegende einst gesagt haben.

Hinter dem Tor, das eigentlich bloss ein unspektakuläres Holztürchen ist, führt eine verwunschene, halb überwachsene Steintreppe hinunter zum grosszügig dimensionierten Ferienhaus. Der Ankömmling passiert die Ecke des Flachdachs, das sich an den Hang schmiegt, und die Stirnseite des Hauses. Er geht vorbei an den Balkonen der vier Schlafzimmer, zur Küchentür und zum eigentlichen Eingang. Die andere Hälfte der Villa ziert eine lange Glasfassade mit Schiebetüren, dahinter das grosse Ess- und Wohnzimmer mit diversen gepolsterten Sitzgelegenheiten.

Was heisst hier Garten? Wir schreiten durch einen Park.

Man stellt sich hier lebhafte gesellschaftliche Ereignisse vor: einen gediegenen Apéro, ein Abendessen, ein Grillfest oder eine kleine Party – vorzugsweise bei schönem Wetter. Denn auch wenn man im eleganten Betonbau aus dem Jahr 1973, dessen Inneres eher rustikal ist, bestimmt auch herrlich überwintern könnte, mit viel Literatur, Musik und einem lodernden Feuer im Cheminée: Das Prachtstück des Anwesens ist der Garten.

Was heisst hier Garten? Wir schreiten durch einen Park mit zwei Linden und zwei riesigen Nadelbäumen, mit vielen weiteren Sträuchern und Bäumchen, mit wucherndem Thymian und Rosmarin, mit einer Sitzbank sowie zahlreichen Metalltischchen, Liege- und Gartenstühlen. Die Anlage grenzt auf der ganzen Länge an den Genfersee, und bei stürmischem Wetter schlägt das Wasser an die Ufermauer und schwappt auf die Steinplatten des privaten Spazierweges.

Man meint, Mercurys Geist zu spüren

Am einen Ende des Gartens thront eine Art Chalet auf Steinsäulen im Wasser, eine Treppe führt hinunter zum Bootshaus. Ein langer Steg ragt in den See. Über Nacht kommen Enten in das vom Steg geschützte Bassin, was dem Anwesen den Namen Duck House eintrug. Über den See geht der Blick zu den Savoyer Alpen. Das Duck House hat etwas Mondänes, was sich im Preis niederschlägt. Etwas Mondänes – oder etwas Popstar-Mässiges.

Insbesondere für Fans der Popband Queen und deren Frontmann Freddie Mercury bietet das Duck House ein Erlebnis, das kaum mit Geld aufzuwiegen ist. Man meint, Mercurys Geist zu spüren, den Geist dieses unübertroffenen Sängers und Entertainers, der in den 1980er-Jahren und bis zu seinem Tod 1991 immer wieder hier gelebt hat, gefeiert, entspannt, komponiert – zuletzt im Wissen, dass ihm seine Krankheit Aids nicht mehr viel Zeit lassen würde.

Das Cover des letzten Queen-Albums «Made in Heaven», nach Mercurys Tod erschienen, ziert das Duck House, daneben Mercury in Rockstar-Pose, vor ihm der See und die Berge am anderen Ufer. Ein Ausblick, der in zahlreichen Queen-Songtexten Eingang gefunden hat.

Viele Originaldokumente im ehemaligen Tonstudio

Auch im Zentrum von Montreux, ein paar Busstationen vom Duck House entfernt, kann sich der Queen-Fan auf den Spuren Mercurys und dessen Band bewegen. Am Seeufer steht eine Statue, zu deren Füssen bis heute Blumen im Gedenken an Freddie Mercury niedergelegt werden. Es ist die Statue, die auch auf dem Plattencover von «Made in Heaven» prangt. Eine andere Form, in der Fans von Mercury dem charismatischen Sänger die letzte Ehre erweisen, sind Botschaften und Erinnerungen an der «Tribute Wall» am Casino Montreux. Tatsächlich beobachten wir bei unserem Besuch eine Frau in den 50ern, die einen Schemel mitgenommen hat, um mit einem Filzstift auf einem freien Stück Wand Freddie ihrer Liebe zu versichern.

Im Casino selber ist im ehemaligen Tonstudio, in dem Queen 1978 das erste Mal in Montreux ein Album aufnahmen und das die Band später kurzerhand kaufte, eine eher kleine, aber feine und mit vielen Originaldokumenten illustrierte Ausstellung über die Band eingerichtet. Die Ausstellung ist ganztags geöffnet und gratis. Der Seeanstoss mag an der Waadtländer Riviera teilweise privatisiert sein. Doch die Erinnerung an Freddie Mercury sollen alle teilen können.

Die Reise wurde unterstützt von Interhome, wo das Haus auch gemietet werden kann. Preisbeispiel: Eine Woche im Vierstern-Ferienhaus Duck House in Montreux für max. 7 Pers. kostet bei Interhome ab 4652 Fr. inkl. Bett- und Toilettenwäsche, Endreinigung. www.interhome.ch/CH1820.5.1



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