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Wenn die Coiffeuse russische Chansons singt

Die Thurgau Karelia stösst bis zum Weissen Meer vor. Für die Passagiere gibt es Unterhaltung an Bord, die aus der Zeit gefallen scheint, aber an der Seele rührt.

Markus Dütschler
Gehört zum Unesco-Weltkulturerbe: Das Kloster auf den Solowezki-Inseln. Foto: Getty Images
Gehört zum Unesco-Weltkulturerbe: Das Kloster auf den Solowezki-Inseln. Foto: Getty Images

Die See ist rau. Einige Passagiere werden bleich. Das ist unangenehm, aber vielleicht ist Übelkeit die passende Einstimmung für das Ausflugsziel, denn die Solowezki-Inseln sind eine Sehenswürdigkeit mit einer dunklen Seite. Zum einen entstand hier ab dem 15. Jahrhundert ein Kloster, dann ein Kreml, also eine Festung. Der Ort, nur 160 Kilometer vom Polarkreis entfernt, war zur Zarenzeit ein geistliches Zentrum der orthodoxen Kirche – und ist es wieder im heutigen Russland. Das beeindruckende Ensemble gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Zudem dienten die Inseln schon früh als militärischer Vorposten. In der Sowjet-Ära wurde hier eines der ersten Straflager im Gulag-System errichtet, wo unterernährte Häftlinge in der Kälte schufteten. Sie hätten eine anderthalbstündige Schüttelfahrt übers Meer in die Freiheit wohl freudig in Kauf genommen.

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