Ringier und Swisscom wollen SRG-Anteile an Admeira übernehmen

Die SRG ist bereit, ihr Aktienkapital an der Werbeallianz Admeira abzugeben. In der Vermarktung sollen die Leistungen weiterhin bezogen werden.

Sicht auf das Logo der Vermarktungsfirma Admeira. (6. Oktober 2016)

Sicht auf das Logo der Vermarktungsfirma Admeira. (6. Oktober 2016)

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Ringier und Swisscom wollen die Anteile der SRG an der Werbeallianz Admeira übernehmen. Branchenvertreter kritisieren die SRG-Beteiligung seit dem Start der gemeinsamen Werbeplattform.

Ringier teilte das Vorhaben am Mittwoch im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz in Zürich mit. Die Verhandlungen zwischen den drei Partnern seien im Gang. Die SRG hält derzeit 33,3 Prozent. Nach wie vor sei es das Ziel, weitere Partner für Admeira zu gewinnen, um den Schweizer Medienmarkt zu stärken, schreibt Ringier. Von einer allfälligen Übernahme der SRG-Anteile nicht betroffen ist die Vermarktung der Werbezeiten der SRG SSR über die Allianz.

Als Aktionär zurückziehen

«Noch ist alles offen, aber wir führen derzeit Gespräche, ob es Möglichkeiten gibt, unser Kapital an Admeira abzugeben und uns aus der Verantwortung als Aktionär zurückzuziehen», sagt Daniel Steiner, Mediensprecher der SRG zu berneroberlaender.ch/Newsnetz. In der Vermarktung werden wir die Leistungen von Admeira aber langfristig weiterhin beziehen.» Gemäss Steiner soll damit der Medienplatz Schweiz gegenüber der internationalen Konkurrenz gestärkt und die Aufnahme neuer Aktionariatspartner unterstützt werden.

Die SRG-Beteiligung an Admeira war seit Beginn des Joint Ventures im April 2016 in der Branche umstritten. Mit der Allianz wollen Ringier, Swisscom und die SRG besser bestehen gegen ausländische Online-Riesen wie Google, Facebook und Youtube.

Nach Ansicht von nicht beteiligten Medienunternehmen, dem Verband Schweizer Medien und weiterer Verbände gefährdet die Allianz jedoch die Medienvielfalt in der Schweiz und führt zu ungleich langen Spiessen in der Branche. Sie haben deswegen den Rechtsweg beschritten.

Auch Tamedia interessiert

Mitte März hat das Bundesgericht das Urteil seiner Vorgängerinstanz bestätigt: Die Beschwerdeführer dürfen rechtlich gegen Admeira vorgehen. Zu den klagenden Medienunternehmen zählen etwa Tamedia und die AZ Medien.

Auch das Zürcher Medienunternehmen Tamedia ist an Admeira interessiert, wie Konzernchef Christoph Tonini Mitte März an der Bilanzmedienkonferenz des Konzerns sagte. Allerdings müssten sich vor einer solchen Zusammenarbeit die Emotionen erst etwas abkühlen. Tamedia kaufte als Reaktion auf Admeira bereits die Medienvermarkterin Goldbach Gruppe.

bee/sda

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