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Vom Segen der StrukturRituale lindern Angst und Stress

Abschlussfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen, Weihnachten: Das Leben ist voller Rituale. Gemäss einer neuen Studie scheinen sie auch ein unbewusster, aber bewährter Trick zu sein, um belastende Gefühle zu reduzieren.

Rituelle Handlungen können laut einer neuen Studie Ängste und Stressgefühle lindern.
Rituelle Handlungen können laut einer neuen Studie Ängste und Stressgefühle lindern.
Foto: Getty

Tschechische Wissenschaftler haben untersucht, wie Rituale helfen, mit Angstzuständen umzugehen, und dazu beitragen, schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Wie das Gesundheitsportal Aponet berichtet, konnten die Forscher beobachten, dass Menschen in Laborversuchen bei Angst dazu neigten, strukturierter und mit Wiederholungen zu handeln.

Daraufhin haben sie Experimente auf Mauritius gemacht. Sie lösten bei den Studienteilnehmern dadurch Angst aus, dass sie sie aufforderten, einen Plan für den Fall einer Naturkatastrophe zu erstellen, der von Experten bewertet werden sollte. Da Überschwemmungen und Wirbelstürme auf dieser Insel reale Bedrohungen darstellen, war dies eine sehr belastende Aufgabe. Danach vollzog eine Hälfte der Gruppe ein übliches religiöses Ritual in einer Kirche, während die andere Hälfte sich lediglich an einem neutralen Ort im Sitzen entspannte.

Die Forscher erkannten, dass die Aufgabe in beiden Gruppen Stress ausgelöst hatte; das religiöse Ritual führte aber dazu, dass dieser sich stärker verringerte. Ihre Erklärung: Rituale helfen, Angstzustände zu reduzieren, indem sie dem Gehirn ein Gefühl für Struktur, Regelmässigkeit und Vorhersehbarkeit vermitteln. Die Wiederholungen und der gewohnte Ablauf vermitteln offenbar ein Gefühl der Kontrolle, was dabei helfe, Stress abzubauen. So könnten Rituale auch ein Weg sein, um mit chronischer Angst umzugehen.