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Zweite WelleSBB im Corona-Blindflug

Die SBB reagierten bislang vor allem mit Gelassenheit auf Corona. Dass man auch bessere Ideen haben könnte, zeigt ein Blick ins Ausland.

Maskenpflicht ist nur eine von vielen möglichen Massnahmen.
Maskenpflicht ist nur eine von vielen möglichen Massnahmen.
Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Gelassenheit ist im Corona-Herbst der zweiten Welle keine schlechte Strategie, wenn es darum geht, die Wirtschaft nicht unnötig abzuwürgen. Damit dies nicht nötig wird, sollte man alles dafür tut, vermeidbare Ansteckungsrisiken zu minimieren. Dabei ist es aber mit Gelassenheit nicht getan. Dazu braucht es vor allem Ideen.


Wenig Initiative
zeigten bislang ausgerechnet die SBB, die täglich Tausende Menschen durchs Land transportieren. Dort zeigte man sich bezüglich Schutzkonzepten bislang gelassen. So gelassen, dass man es auch als Bequemlichkeit auslegen könnte. Neben der generellen Maskenpflicht, die der Bundesrat verordnet hat, wurde bisher gar nichts getan. Und das ist angesichts der im Herbst wieder vollen Züge herzlich wenig.

So löblich der Grundsatz der Gelassenheit ist; ein paar zusätzliche Masken und Desinfektionsmittel würden keine Panik verbreiten.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in die Nachbarländer, wie in der «SonntagsZeitung» zu lesen war. In Italien werden die Züge nur noch zur Hälfte gefüllt, damit Reisende Abstände besser einhalten können. In den Hochgeschwindigkeitszügen erhält man zudem einen sogenannten Corona-Beutel mit Schutzmaske, Desinfektionsmittel und einem Tuch für die Kopfstütze. In deutschen Zügen gibt es zwar keine Corona-Beutel, dafür sind Schutzmasken erhältlich, ebenso Desinfektionsmittel. Immerhin.

Und warum unternehmen die SBB nichts? Man wolle die Kunden nicht mit so etwas wie Hygienebeutel bevormunden, argumentierte SBB-Chef Vincent Ducrot gegenüber der «SonntagsZeitung». Ausserdem gebe es ja bereits überall an Bahnhöfen und Selecta-Automaten Masken zu kaufen. Das sind schwache Argumente. Dass Angebote nicht per se als Bevormundung aufgefasst werden, kann man fast täglich bei den Gratis-Verteilaktionen an Bahnhöfen beobachten. Dort reissen sich die Pendler um die Gratis-Getränke oder -Energieriegel. Zudem vergisst selbst der organisierteste Pendler ab und zu seine Maske, weshalb es eine Selbstverständlichkeit wäre, Masken auch im Zug bereitzustellen.

Im Corona-Herbst der zweiten Welle muss alles dafür getan werden, den Normalbetrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. So löblich der Grundsatz der Gelassenheit ist: Ein paar zusätzliche Masken und Desinfektionsmittel würden keine Panik verbreiten. Sondern dabei helfen, den Winter gesund zu überstehen.

66 Kommentare
    Aval

    War letzte Woche im SBB Restaursnt. Alle Tische belegt niemand hat Masken getragen von Zürich nach Chur. Das ist das Sicherhritskonzept der SBB.?