Zum Hauptinhalt springen

Notunterbringung in BeatenbergSchulhaus wird wieder zur Asylunterkunft

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden im Kanton Bern die Unterkunftsplätze für Asylsuchende knapp. Ab dem 1. April wird das ehemalige Schulhaus Schmocken wieder als Asylunterkunft genutzt.

Schulhaus Schmocken: Ab dem 1. April sollen wieder Asylsuchende hier einziehen.
Schulhaus Schmocken: Ab dem 1. April sollen wieder Asylsuchende hier einziehen.
Foto: Archiv

Ab dem 1. April sollen im ehemaligen Schulhaus Schmocken wieder Asylsuchende einziehen, dies teilt der Gemeinderat mit. Im Gebäude waren bis Ende Jahr unbegleitete minderjährige Asylsuchende untergebracht.

Seit Anfang Jahr ist die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Kanton Bern in Sachen Vermietung des ehemaligen Schulhauses Schmocken als strategische Reserve für Asylsuchende. «Das Amt für Integration und Soziales bildet gemeinsam mit dem Migrationsdienst des Kantons Bern diese strategischen Reserven, um bei plötzlich steigenden Zuweisungen von asylsuchenden Personen deren Unterbringung zu gewährleisten», heisst es in der Mitteilung.

Zu wenig Plätze wegen Corona

Doch nun befinde sich der Kanton in einer Notsituation. Aufgrund des Coronavirus seien Platzressourcen knapp, und man habe kurzfristige Lösungen gesucht. Deshalb soll das ehemalige Schulhaus als Unterkunft «per sofort und bis auf weiteres» aktiviert werden.

«Es werden maximal 50 Personen (Familien mit Kindern und Einzelpersonen ab 18 Jahren) in Beatenberg platziert, und es werden keine Personen transferiert, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht», hält die Gemeinde in ihrer Mitteilung fest.

Überraschte Gemeinde

«Die Anfrage hat uns sehr überrascht», erklärt Gemeindepräsident Roland Noirjean. «Uns war wichtig, möglichst rasch die Anwohner zu informieren.» Dies sei per Briefpost geschehen. Eine Infoveranstaltung könne man wegen des Versammlungsverbots nicht durchführen.

«Voraussichtlich werden die ersten Asylsuchenden am 1. April einziehen», meint Noirjean. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen beim Kanton geht er von bis zu zehn Personen im ersten Schritt aus. Diese Zahl dürfte sich dann Woche für Woche bis auf circa 40 steigern.

«Wir wollen und müssen nun abwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt», sagt der Gemeindepräsident. Das Wohnheim werde vom Verein Asyl Berner Oberland im Auftrag des Kantons betrieben.

Noirjean hält fest, dass der Gemeinderat schon letztes Jahr entschieden hatte, das Schulhaus weiterhin als Asylunterkunft zu nutzen. «Bis jetzt gingen wir aber davon aus, dass es als Reserve sein wird.» Dies hätte tiefere Mietzinseinnahmen gebracht. «In dem Fall hätten wir die Räumlichkeiten etwa als Lager- oder Bandräume vermieten können. Jeweils mit der Kündigungsfrist von einem Monat.»