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Das sind die exklusivsten Autos auf Schweizer Strassen

Die Angaben zu den 4,6 Millionen registrierten Personenwagen zeigen: Beim Auto hat die viel zitierte hiesige Zurückhaltung ein Ende.

Patrick Meier, Dino Caracciolo, Patrick Vögeli, Barnaby Skinner

Mit der Digitalisierung und der grünen Welle in der Politik wird viel von einem Trend weg vom Personenauto und hin zu neuen Formen der Mobilität berichtet. Doch in der Kategorie der absoluten Luxusklasse ist davon wenig zu spüren. Jedes Jahr kauft das reichste Prozent der Schweizerinnen und Schweizer zwischen 6000 bis 9000 Superluxuskarossen.

Diese können schon mal ein paar Millionen Franken kosten, sind in der Lage, das Drei- oder Vierfache der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Schweizer Strassen zu fahren, und verfügen in der Regel über mehrere Hundert Pferdestärke. Was diese Autos auch alle gemeinsam haben: Der genaue Treibstoffverbrauch ist schwierig zu eruieren. Laut Auskunft diverser Hersteller wird auf dessen Angabe meist verzichtet, weil er sehr davon abhänge, wie jemand das Auto fahre. In Tests von Auto-Sport-Magazinen konsumieren diese Wagen oft das Fünf- bis Sechsfache im Vergleich zu normalen Autos. Fahrzeuge aus der Reihe Pagani-Zonda-F etwa schlucken zwischen 20 und 34 Liter auf 100 Kilometer.

Doch im Markt spielt der hohe Treibstoffkonsum keine Rolle. Seit 2011 ist gar eine leicht zunehmende Nachfrage festzustellen – erst ab diesem Zeitpunkt liegen die Importzahlen von Auto-Schweiz vor, der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure. 2011 notierte die Branche 5811 verkaufte Luxusautos; 2018 waren es 7637. Und es gibt auch im auslaufenden Jahr 2019 keine Anzeichen dafür, dass der Markt einen Einbruch erlebt.

Das absolute Spitzenjahr war 2015. Damals wurden 9451 Luxusautos gekauft. Das hatte laut Auto-Schweiz mit dem damaligen Hype um das Elektro-Auto Tesla zu tun. Neuere Teslas qualifizieren sich nicht mehr für die Luxuskategorie. Deshalb nehmen die Zahlen wieder ab. Die Anzahl von verkauften Luxusautos bleiben aber noch immer höher als vor acht Jahren.

Welche Autos qualifizieren sich heute für diese Kategorie? Der Preis spielt bekanntlich keine Rolle. Neue Superautos können schnell einmal gegen eine Million Franken kosten. Wichtig ist, dass die Fahrzeuge über die allerneuste Technik verfügen und idealerweise in limitierter Stückzahl auf den Markt gebracht werden. Hinzu kommen Sammlerstücke von alten, raren Modellen. Christoph Wolnik, Mediensprecher bei Auto-Schweiz, vermutet, dass es immer mehr Luxusautos in limitierter Stückzahl auf Schweizer Strassen gibt. Die Nachfrage nach immer individualisierteren Autos wachse.

In Zeiten von Negativzinsen kann der Kauf eines raren Autos für superreiche Schweizer und Schweizerinnen auch eine gewinnbringende Anlage sein. Das teuerste Auto aller Zeiten wurde im letzten Jahr für 70 Millionen Franken verkauft. Es handelte sich dabei um den Ferrari 250 GTO, Baujahr 1962. Es handelte sich dabei um den ersten Rennwagen, der auch im normalen Verkehr zugelassen wurde. Noch vor wenigen Jahren war das entsprechende Modell für ein Viertel des Preises zu haben.

In der Schweiz ist kein Original-Ferrari-250-GTO gemeldet. Dafür viele andere Exklusivitäten und Raritäten. Das Datenteam von Tamedia hat aus der Datenbank des Bundesamts für Strassen von 4,6 Millionen aktuell eingelösten Personenfahrzeugen besonders exklusive und rare Fahrzeuge herausgesucht. Alle die hier auf Quartettkarten gezeigten Autos gibt es exakt einmal auf der Schweizer Strasse. Sie haben nicht den Anspruch, alle Raritäten abzubilden, sondern stehen nur exemplarisch dafür, wie ernst es viele in der Schweiz mit ihren Autos meinen. Das zeigt im Übrigen auch ein Vergleich des Luxusautoanteils mit dem Ausland generell.

Der italienische Luxushersteller Maserati verkaufte zum Beispiel gemäss dem deutschen Verband Automobilindustrie im Jahr 2018 insgesamt 1536 Autos. Bei 3,5 Millionen neu registrierten Autos in Deutschland ist das ein Marktanteil von 0,04 Prozent; im selben Zeitraum verkaufte Maserati in der Schweiz genau 600 Autos bei 340'000 Neuzulassungen. Das ist ein Marktanteil von 0,2 Prozent. Nach der Luxusautomarke Maserati gibt es folglich fünfmal mehr Nachfrage als in Deutschland.

Bei den Ferrari sieht es ähnlich aus. In Deutschland kam der italienische Hersteller im Jahr 2018 auf einen Anteil von 0,03 Prozent; in der Schweiz liegt der Anteil bei 0,13 Prozent. In der Schweiz fahren im Verhältnis zu den gekauften Autos also viermal mehr Ferrari herum, als das in Deutschland der Fall ist.

Falls Sie ein Auto kennen, das Ihrer Meinung unbedingt als Quartett abgebildet werden sollte, schreiben Sie uns. Idealerweise mit einer Schätzung des Treibstoffkonsums.

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