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Amstutz: Der «Mann fürs Grobe» macht wenig Angst

Der Oberländer Adrian Amstutz gilt für Berner Verhältnisse als «Hardliner», aber auch als kollegial und kompromissfähig.

Politiker seien nicht dazu da, lieb zu sein, sagt der Berner Adrian Amstutz und kokettiert damit, als «Mann mit der Motorsäge» bezeichnet zu werden.

Der gelernte Maurer und Hochbauzeichner ist Mitinhaber eines Kleinunternehmens in seinem Wohnort Sigriswil. Dort war er auch fünf Jahre lang Präsident der Gemeindeexekutive. Als «dominante Person und unangefochtenen Chef» erlebte ihn der Gemeindeschreiber Peter Tschanz, der politisch nicht immer auf derselben Linie lag. Amstutz habe konstruktiv gearbeitet und sei als Chef absolut korrekt gewesen. «Entscheide trug er mit, auch wenn sie nicht nach seinem Sinn ausfielen», sagt Tschanz. Gleichzeitig habe Amstutz die Gemeindeversammlungen straff geführt und damit immer wieder Leute vor den Kopf gestossen, die gern etwas ausführlicher diskutiert hätten.

Der Gemeindeschreiber erläutert, was verschiedene Bundesparlamentarier bestätigen: Amstutz ist kein Diplomat, er vertritt dezidiert seine Position und bedient sich einer klaren Sprache, die bisweilen verletzend sein kann. Der bald 55-Jährige politisiert auf Zürcher SVP-Linie - laut Parlamentarier-Rating leicht links von Ueli Maurer - und gilt im Kanton Bern als Hardliner. Doch sei er kein Ideologe, sondern lasse sich durch gute Argumente überzeugen, sagt Tschanz. Das bestätigt der Berner Nationalrat Hans Grunder - einst ein Mitstreiter von Amstutz, heute Präsident der abgespaltenen BDP.

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister und FDP-Kollege Philipp Müller, die gemeinsam mit Amstutz in der staatspolitischen Kommission wirkten, loben seine Arbeit dort.

Er gilt bei den Bürgerlichen als wählbar - sie trauen ihm zu, die nötige Portion Kollegialität aufzubringen. Allerdings haftet Amstutz der Ruf an, keine intellektuelle Leuchte zu sein und bisweilen opportunistisch zu handeln. Seit sich das Bundesratskarussell dreht, wirke er in der Kommission zurückhaltender, konstatiert Grunder im Einklang mit andern. Und die «Wochenzeitung» registrierte belustigt, er habe von seiner Homepage aggressive Kolumnen entfernt. Amstutz, der sich selbst gerne als «Mann fürs Grobe» hinstellt, feilt an seinem Image. Es scheint ihm ernst zu sein.

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