AHVplus-Initianten haben laut Umfrage an Boden verloren

Gemäss der zweiten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage wollen immer noch 54 Prozent der Stimmbürger der AHVplus-Initiative zustimmen. Auch bei der Initiative «Grüne Wirtschaft» holen die Gegner kräftig auf.

Die AHVplus-Initiative hat gemäss der Tamedia-Umfrage an Boden verloren. Jedoch sprechen sich immer noch 54 Prozent für die Initiative aus.

Die AHVplus-Initiative hat gemäss der Tamedia-Umfrage an Boden verloren. Jedoch sprechen sich immer noch 54 Prozent für die Initiative aus.

(Bild: Keystone)

Die beiden Volksinitiativen, die am 25. September zur Abstimmung gelangen, haben an Zustimmung verloren: 47 Prozent der Stimmbürger wollen der Initiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft» (Grüne Wirtschaft) derzeit sicher oder eher zustimmen.

Dies ist zwar eine relative Mehrheit – die Gegner haben ihr Lager gegenüber der ersten Umfragewelle aber von 33 auf 43 Prozent vergrössert. Nur die Wähler von SP, Grünen und GLP wollen grossmehrheitlich für das Anliegen votieren, das die Umweltbelastung in der Schweiz bis im Jahr 2050 um zwei Drittel senken soll. Jeder zehnte Befragte legte sich noch nicht fest.

In der Romandie scharen die Initianten im Moment eine knappe Mehrheit (52%) hinter sich, während die Initiative in der Deutschschweiz und im Tessin verworfen würde (48 bzw. 46%). Während das Hauptargument der Befürworter die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen ist, sind die Argumente der Gegner breiter gefächert.

Sie befürchten eine Bevormundung des Konsumenten und Einbussen bei der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Immerhin gut jeder Fünfte ist der Meinung, die Initiative gehe in die richtige Richtung, sei aber zu extrem. Auch wird oft darauf verwiesen, dass die Schweiz punkto Ressourceneffizienz bereits heute vorbildlich sei.

SVP-Wähler für Verschiebung verantwortlich

Auf 54 Prozent Ja-Stimmen kann aktuell die Initiative AHVplus-Initiative («Für eine starke AHV») zählen. Auch hier haben die Befürworter jedoch an Boden verloren, während die Gegnerschaft auf 40 Prozent angewachsen ist.

Für die Verschiebung sind die SVP-Wähler massgeblich verantwortlich: Wollten in der ersten Umfragewelle noch 62 Prozent von ihnen ein Ja in die Urne legen, ist es nun noch jeder zweite. Auch im Lager von BDP, SP und Grünen steht eine Mehrheit dem Gewerkschafts-Anliegen positiv gegenüber, das eine Erhöhung aller AHV-Renten um 10 Prozent zum Ziel hat.

Je älter ein Stimmbürger, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass er für den Renten-Zustupf stimmt. So befürworten mehr als 65 Prozent der über 50-Jährigen die Initiative, aber nur 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen. In der Romandie und im Tessin ist die Zustimmung zudem wesentlich höher als in der deutschen Sprachregion.

Ein klares Ja zeichnet sich derweil beim Nachrichtendienstgesetz ab. Die Zustimmung hat weiter zugenommen und liegt jetzt bei 59 Prozent. 37 Prozent lehnen das Gesetz, das das präventive Abhören von Telefonen und das Eindringen in Computer unter bestimmten Bedingungen erlauben will, ab. Lediglich vier Prozent machten noch keine Angaben.

Die Umfrage wurde am 22. und 23. August online auf den Websites der Tamedia-Titel durchgeführt. 15’824 Personen aus der ganzen Schweiz haben daran teilgenommen.

Die Resultate wurden von den Politologen Fabio Wasserfallen und Lucas Leemann nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet, sodass die Stichprobe möglichst gut der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Der Stichprobenfehler liegt bei 1,2 Prozentpunkten.

chh/pd

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