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Ärzte sollen zum Sprachtest

Die Schweiz ist auf Ärzte und Apotheker aus dem Ausland angewiesen. Doch bei deren Sprachkenntnissen soll jetzt genauer hingeschaut werden.

Trotz vieler Ärzte aus dem Ausland: Sprachbarrieren soll es für Schweizer Patienten nicht geben.
Trotz vieler Ärzte aus dem Ausland: Sprachbarrieren soll es für Schweizer Patienten nicht geben.
Keystone

Bei der Revision des Medizinalberufegesetzes zeichnet sich im Parlament ein Kompromiss in der Sprachenfrage ab. Arbeitnehmer in universitären Medizinalberufen müssen über die notwendigen Sprachkenntnisse für die jeweilige Berufsausübung verfügen. Für die Kontrolle wäre der Arbeitgeber zuständig.

Dies schlägt der Ständerat vor. Er folgte am Donnerstag stillschweigend dem Vorschlag seiner vorberatenden Gesundheitskommission.

Im Minimum eine Landessprache

Der Nationalrat hatte in der Herbstsession beschlossen, dass eine Landessprache beherrschen muss, wer sich ins Medizinalberuferegister eintragen lassen will. Dieser Eintrag ist Voraussetzung, um einen universitären Medizinalberuf – etwa Arzt, Tierarzt, Zahnarzt oder Apotheker – ausüben zu können.

So weit will der Ständerat aus verschiedenen Gründen nicht gehen. «Der Nationalratsvorschlag wäre in der Praxis untauglich», sagte etwa Verena Diener Lenz (GLP/ZH). Christine Egerszegi (FDP/AG) pflichtete ihr bei: «Was würde das auslösen? Eine Unmenge an Bürokratie.»

Der Ständerat wolle keine Zulassungsbeschränkung über die Sprache, sagte auch Kommissionssprecher Urs Schwaller (CVP/FR). Das Risiko sei zu gross, dass mit einer restriktiven Sprachregelung keine Fachkräfte gefunden würden.

Hausärzte stärken

Bei den übrigen Differenzen bei der Revision des Medizinalberufegesetzes ist der Ständerat auf den Kurs des Nationalrats eingeschwenkt. Dieser muss nun noch über den Kompromissvorschlag befinden. Stimmt er diesem zu, ist das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung.

Das revidierte Medizinalberufegesetz soll die medizinische Grundversorgung und die Hausarztmedizin stärken und mit Ausbildungszielen auch der neu in der Verfassung verankerten Komplementärmedizin Rechnung tragen.

SDA/ldc

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