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AKW Mühleberg darf wieder ans Netz

Knapp drei Monate nach der Abschaltung hat das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspekorat (ENSI) die Anlage wieder freigegeben. Die Kritik aus der Politik folgte umgehend.

Erhielt neue Ansaugstutzen für Kühlwasser: Das AKW Mühleberg.
Erhielt neue Ansaugstutzen für Kühlwasser: Das AKW Mühleberg.
Adrian Moser

Das Atomkraftwerk Mühleberg werde in den nächsten Tagen wieder hochgefahren, sagte BKW-Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Derzeit sei die Wiederanfahr-Prozedur mit verschiedenen Tests im Gang. Wann genau das AKW wieder ans Netz geht, konnte Sommavilla nicht sagen. Wenn die Tests erfolgreich seien, werde die Anlage aber «zeitnah» wieder in Betrieb genommen.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hatte die BKW das AKW Mühleberg Ende Juni abgeschaltet und war dadurch einer wahrscheinlichen Ausserbetriebnahme durch das ENSI zuvorgekommen. Grund waren Bedenken, dass bei einem extremen Hochwasser eine Wasserzuleitung verstopft werden könnte.

Nachweis bis 2012

Anfang September hatte die Aufsichtsbehörde die geplanten Massnahmen als ausreichend beurteilt und eine Freigabe nach deren Umsetzung in Aussicht gestellt. Beim AKW Mühleberg waren in den letzten Wochen drei zusätzliche Ansaugstutzen bei der Kühlwasserentnahme aus der Aare eingebaut und weitere Sicherheitsmassnahmen umgesetzt worden.

Bis Ende März 2012 müssen die Schweizer AKW den Nachweis erbringen, dass sie einem Extrem-Erdbeben standhalten können und auch gegen einen dadurch verursachten Bruch eines Staudammes gewappnet sind. Erst danach entscheidet das ENSI über die Langzeitbewilligung für das AKW Mühleberg.

Empörung bei SP und Grünen

Die SP, die Grünen und die jungen Grünen des Kantons Bern haben mit Empörung auf den Entscheid des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) reagiert, der BKW die Wiederinbetriebnahme des AKW Mühleberg zu erlauben.

Die SP schreibt in einer Mitteilung, ENSI und BKW missachteten mit dem Wiederanschluss der Anlage ans Netz das Bedürfnis der Bevölkerung nach Sicherheit. Es bleibe ein «Gefühl der Ohnmacht», wenn nun das AKW wieder hochgefahren werde, obwohl die Kantonsregierung und mehrere Parlamente das Abschalten der Anlage gefordert hätten.

Die Grünen schreiben von einem «inakzeptablen Risiko» vor den Toren der Hauptstadt und für die jungen Grünen zeigt der Entscheid, dass «Profit vor Sicherheit» komme.

Das Komitee «Mühleberg ver-fahren», ein Zusammenschluss von Organisationen und Privatpersonen gegen das AKW, setzt seine Hoffnung auf Bundesrätin Doris Leuthard. Diese solle als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation die Betriebsbewilligung des AKW suspendieren.

SDA/dam

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