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Alt, älter, zu alt

Wer über 50-jährig arbeitslos wird, bleibt es länger. Kaum eine Firma stellt sie ein. Besuch in einem Coaching für Jobsuchende.

Weniger Lohn, tiefere Position, kleinere Firma: Experten raten älteren Arbeitslosen zur Flexibilität. Foto: Marcelo Santos (Getty Images)

Weniger Lohn, tiefere Position, kleinere Firma: Experten raten älteren Arbeitslosen zur Flexibilität. Foto: Marcelo Santos (Getty Images)

Christian Zürcher@suertscher

Das Blatt bleibt weiss. Kursleiterin Frau Kerkhoff hat gebeten, drei überzeugende Argumente aufzuschreiben, weshalb eine Firma einen einstellen sollte. Eine Minute ist schon vergangen. Herr Grünenfelder hirnt. Frau Scherer auch. Herr Grünenfelder nimmt den Bleistift, faltet das Blatt, setzt an, dann sagt Frau Linde, 19 Jahre alt, Sachbearbeiterin und arbeitslos: «Du musst einfach schreiben, weshalb du ein geiler Siech bist.» Herr Grünenfelder, 48 Jahre alt, Storenbauer, auch arbeitslos, weiss nicht recht. Geiler Siech – er? Dann schreibt er. Mit festem Druck. Auch Frau Scherer, 55 Jahre, Sachbearbeiterin, arbeitslos, hat drei Punkte gefunden. «Herr Grünenfelder, was haben Sie aufgeschrieben?», fragt Frau Kerkhoff, immer siezend.

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