Zum Hauptinhalt springen

Auch Bürgerliche liebäugeln mit der «Staatsmedizin»

Redaktor Fabian Schäfer zur Debatte um den Tarif für ambulante Medizin.

Trotz jahrelanger Vorarbeiten schafften es Ärzte, Spitäler und Krankenkassen nicht, einen neuen Tarif für ambulante Medizin auszuhandeln. Am Mittwoch schaltete sich die Finanzdelegation des Parlaments in die Debatte ein: Sie findet, der Bundesrat müsse in Zukunft mehr Macht erhalten. Verlierer wären Ärzte und Krankenkassen.

Medizinisch gesprochen liegt ein chronisches Leiden vor. Der ­Tarif Tarmed, über den Ärzte und Spitäler alle ambulanten Leistungen abrechnen, ist längst veraltet. Er wurde nie an die Entwicklung von Technik und Medizin angepasst. Deshalb zahlen die Krankenkassen – also wir alle – für die einen Leistungen zu viel und für andere zu wenig. Das ist verheerend. Ein Tarif muss dafür sorgen, dass das Geld effizient eingesetzt wird und dorthin fliesst, wo die Kosten anfallen. Der Tarmed erfüllt diesen Zweck nicht mehr. Gravierend ist das, weil er ein Volumen von 11 Milliarden Franken im Jahr steuert. Das Ausmass der jährlichen Prämienerhöhungen hängt stark von den ambulanten Kosten ab.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.