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Aufruf zum Verschleiern

In einigen Gemeinden der Schweiz wurden am Dienstag Postkarten verteilt, die eine Übermacht von Muslimen verkünden. Die ­betroffenen Gemeinden vermuten eine Hetzkampagne.

Auf der Postkarte, die von einem «Islamischen Zentralrat» unterzeichnet ist, werden die Bewohner unter anderem darauf hingewiesen, dass Muslime «auch bei ihnen in dem wunderbaren Dörfchen» bald in der Mehrzahl sein würden.
Auf der Postkarte, die von einem «Islamischen Zentralrat» unterzeichnet ist, werden die Bewohner unter anderem darauf hingewiesen, dass Muslime «auch bei ihnen in dem wunderbaren Dörfchen» bald in der Mehrzahl sein würden.
Keystone

Eine Postkarte, die am Dienstag früh in mehreren Gemeinden der ­Zürichseeregion verteilt wurde, sorgt derzeit bei Einwohnern für Empörung. Auf der Postkarte, die von einem «Islamischen Zentralrat» unterzeichnet ist, werden die Bewohner unter anderem darauf hingewiesen, dass Muslime «auch bei ihnen in dem wunderbaren Dörfchen» bald in der Mehrzahl sein würden.

Man ­freue sich auf eine gemeinsame Zukunft, denn unter dem Islam komme «auch endlich Friede». Daher bitte man darum, dass sich die Frauen verschleiern, «nicht nur um Allahs Willen, sondern um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen». Der Text war auf allen Postkarten identisch, nur der Name der Gemeinde wurde ausgetauscht. Zudem wurde überall auf der Vorderseite ein Minarett in ein Foto des Ortes hineinmontiert.

Polizei ermittelt

Bei der Kantonspolizei St. Gallen haben sich sowohl besorgteBürger wie auch die Gemeinde Eschenbach gemeldet. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen, erklärt Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Ob die Verteilaktion strafrechtlich relevant sei, müsse die Staatsanwaltschaft beurteilen.

Auch die Kantonspolizei Schwyz hat rund ein halbes Dutzend Meldungen erhalten und klärt nun ab, wer hinter der Aktion steckt. Man arbeite mit den betroffenen Kantonen zusammen, sagt Sprecher Florian Grossmann. Auch die Kantonspolizei Zürich geht der Sache nach. Experten und die betroffenen Gemeinden bezweifelten am Dienstag allerdings, dass die Aktion tatsächlich von einer muslimischen Organisation orchestriert wurde.

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