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Basler Polizeichef immer wieder kritisiert

Der Basler Polizeikommandant Roberto Zalunardo ist per sofort zurückgetreten. Während der letzten zwei Jahre war er wiederholt angegriffen worden – unter anderem wegen der «Schande von Basel».

Differenzen mit dem Sicherheitsdepartement: Roberto Zalunardo.
Differenzen mit dem Sicherheitsdepartement: Roberto Zalunardo.
Keystone

Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass und Roberto Zalunardo seien «übereingekommen, das Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen per sofort aufzulösen», gab das Sicherheitsdepartement Basel-Stadt am Mittwoch bekannt.

Als Grund für die Trennung wurden «unterschiedliche Auffassungen über die Art der Auftragserfüllung» angeführt. Weitere Angaben zur Trennung waren auch auf Anfrage nicht erhältlich. Es sei Stillschweigen vereinbart worden, heisst es in der Mitteilung. Als interimistischen Polizeikommandanten setzte Gass noch am Mittwoch Zalunardos bisherigen Stellvertreter Rolf Meyer ein. Zudem wurde die Ausschreibung der Stelle eingeleitet.

Immer wieder im Schussfeld der Kritik

FDP-Regierungsrat Hanspeter Gass (FDP) ist als Nachfolger von Jörg Schild (FDP) seit April 2006 Chef des Sicherheitsdepartements. In den gut zweieinhalb Jahren, seit Gass und Zalunardo gemeinsam für die Sicherheit im Stadtkanton verantwortlich waren, gab es diverse Ereignisse, bei denen die Beiden ins Schussfeld der Kritik und in die Schlagzeilen gerieten.

So hatte im letzten Januar ein umstrittener Polizeieinsatz gegen eine Anti-WEF-Demo in Basel, bei dem 66 Personen ins Untersuchungsfängnis verbracht wurden, öffentliche Kritik provoziert. Ein von Gass in Auftrag gegebener Expertenbericht kam zum Schluss, dass der Polizeieinsatz unverhältnismässig und teils rechtswidrig war. Regierung und Polizeikommando entschuldigten sich darauf.

Polizisten drohten mit Kampfmassnahmen

Zu schweren Krawallen, als «Schande von Basel» bekannt, war es schon kurz nach dem Amtsantritt von Gass beim Fussballspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich gekommen. Gass erntete Kritik, weil er die Polizei anderntags für ihren Einsatz lobte. Vorgeworfen wurde dem Sicherheitsdirektor damals fehlende kritische Distanz.

Schlagzeilen hatte es schliesslich auch wegen einer schon früher aufgegleisten und inzwischen umgesetzten Polizeireform gegeben. Das Korps fühlte sich von Regierung und Kommando nicht ernst genommen und drohte mit Kampfmassnahmen. Bei den Regierungsratswahlen vom September wurde Gass als einziger Bisheriger nicht schon im ersten Wahlgang bestätigt.

SDA/oku

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