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Basler Vorzeigemedium schönt die Auflage

Die Basler Wochenzeitung «Tages Woche» hat mit einem Trick ihre Auflage erhöht. Nun hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Der Goodwill ist nach dem Auflagentrick weg: Ausgaben der «Tages Woche».
Der Goodwill ist nach dem Auflagentrick weg: Ausgaben der «Tages Woche».
Keystone

Auf dem Basler Medienmarkt wird seit längerem mit harten Bandagen um Leser und Inserate gekämpft. Nun schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein. Sie hat gestern gegen die Verantwortlichen der «Tages Woche» (TaWo) wegen Verdachts des Betrugs ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Wochenzeitung hat ihre bezahlte Auflage mit einem Trick in die Höhe getrieben. Wie der Fernsehsender Telebasel berichtete, lieferte die TaWo jede Woche über 11'000 Exemplare an die Flughäfen in Zürich und Basel-Mülhausen. Dort wurden die Zeitungen gratis aufgelegt. Von den ausgewiesenen und von der Wemf AG für Werbemedienforschung beglaubigten «verkauften» 26'358 Exemplaren wird also jeweils fast die Hälfte gar nicht verkauft. Trotzdem feierte sich die Zeitung bei der Veröffentlichung der letzten Wemf-Auflagezahlen im vergangenen Herbst: «Die Auflagen der Schweizer Zeitungen sinken weiter. Diese Aussage gilt nicht für die ‹TagesWoche›», schrieb man auf der eigenen Website und verkündete einen Anstieg der verkauften Auflage um 3800 Exemplare. Für die Redaktion gab es Gratisbier.

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