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Behörden müssen immer öfters Kinder schützen

Im letzten Jahr wurden über 16'000 Kindesschutzmassnahmen verfügt, berichtet das Schweizer Fernsehen – so viele wie noch nie. Ein Grund könnte die gestiegene Scheidungsrate sein.

Kindesschutzmassnahmen werden verfügt, wenn die Kinder in den Augen der Behörden in Gefahr schweben: Symbolbild. (Gestellte Aufnahme)
Kindesschutzmassnahmen werden verfügt, wenn die Kinder in den Augen der Behörden in Gefahr schweben: Symbolbild. (Gestellte Aufnahme)
Keystone

Die Sendung «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens hat Auszüge aus einer Statistik über Kindesschutzmassnahmen veröffentlicht. Diese zeigen, dass die Behörden 2011 in einer so hohen Zahl von Fällen wie noch nie eingriffen und Massnahmen zum Schutz von Kindern ergriffen. Die Statistik stammt laut «10 vor 10» von der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes).

Die Statistik zeigt eine Zunahme der Kindesschutzmassnahmen von 10'300 Fällen im Jahr 2001 um mehr als die Hälfte auf 16'000 Fälle im Jahr 2011. Besonders stark nahmen dabei laut «10 vor 10» die sogenannten Erziehungsbeistandschaften zu. Dabei werde der Familie ein Sozialarbeiter zugeteilt, der die überforderten Eltern unterstützt und das Kind schützt.

Scheidungsrate als möglicher Grund

«Wir gehen davon aus, dass die gestiegene Scheidungsrate ein Grund dafür ist», sagte Ester Meier, die Leiterin des Amtes für Kindesschutz der Stadt Bern, gegenüber «10 vor 10». Bei Kampfscheidungen drohten Kinder zwischen Stuhl und Bank zu fallen, so die Leiterin des Amtes für Kindesschutz der Stadt Bern. Häufig kämen weitere Faktoren wie zum Beispiel eine Suchtproblematik oder häusliche Gewalt dazu.

Meier betonte aber auch, die Behörden würden genauer hinschauen. Das sagte auch der Kindesschutzexperte Christoph Häfeli: «Man schaut genauer hin. Die Bereitschaft, eine Gefährdungsmeldung zu machen, hat bei Fachleuten, aber auch in der breiten Bevölkerung klar zugenommen.»

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