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Bei einem Terroranschlag hätte die Schweiz zu wenig Soldaten

Die Schweizer Armee könnte im Notfall nur ein grösseres Objekt schützen. Das zeigt eine Bestandesaufnahme des VBS.

Er rechnete vor, dass «kurzfristig» zwischen 2000 und 3000 Soldaten zur Verfügung stehen, aber gemäss der «Rundschau» sind es weniger: Armee-Chef André Blattmann bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Bern. (25. Februar 2016)
Er rechnete vor, dass «kurzfristig» zwischen 2000 und 3000 Soldaten zur Verfügung stehen, aber gemäss der «Rundschau» sind es weniger: Armee-Chef André Blattmann bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Bern. (25. Februar 2016)
Marcel Bieri, Keystone

Was, wenn ein Terroranschlag die Schweiz träfe? Nach den Anschlägen von Paris wollte es der Bundesrat genau wissen und stiess eine interne Bestandsaufnahme an. Das Ergebnis: Innerhalb von 48 Stunden könnte die Armee etwa eintausend Soldaten aufbieten, mehr nicht.

Wie die «Rundschau» von SRF gestern berichtete, setzt sich diese Zahl wie folgt zusammen:

  • 100 Militärpolizisten, die wohl am ehesten im Bereich Grenzschutz im Einsatz wären
  • 170 Infantrie-Durchdiener
  • 800 Milizsoldaten im WK

50 Soldaten in den ersten Stunden

Auf dem Dokument des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), auf das sich die «Rundschau» bezieht, sieht man, dass während der ersten Stunden bloss 50 Berufssoldaten und zwei Transport-Helikopter garantiert zur Verfügung stünden. Erst nach 24 Stunden könnte man mit den 170 Durchdienern rechnen. Die 800 WK-Soldaten mit Bereitschaftsauflagen kämen binnen 48 Stunden dazu.

Gemäss einem Armeesprecher könnten auch weitere WK-Soldaten mobilisiert werden, die aber an keine Bereitschaftsauflagen gebunden wären. So kam Armeechef André Blattmann am Donnerstag auf die Zahl, dass «kurzfristig» zwischen 2000 und 3000 Soldaten zur Verfügung stehen würden.

Reicht das?

Gemäss dem Militärexperten Peter Schneider kann man mit 1000 Soldaten «ein grosses Objekt» wie zum Beispiel einen Flughafen oder ein Atomkraftwerk schützen, oder aber zwei bis drei kleinere Objekte.

Schneider warnt: «Es wird Zeiten geben, da nur noch gerade die Durchdiener und vielleicht ein ganz, ganz kleiner Teil Berufssoldaten im Dienst sind, sonst niemand. Dann sind es bei weitem nicht mehr tausend [Soldaten].»

Der Präsident der Schweizer Offiziersgesellschaft, Denis Froidevaux, gibt sich hingegen optimistisch. Die Armee befinde sich in einem Erneuerungsprozess und müsse sich den neuen Bedrohungen anpassen. Er sei zuversichtlich, dass die angestrebte Weiterentwicklung der Armee gut funktionieren werde.

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