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Bischof Genoud erliegt seinem Krebsleiden

Der Freiburger Bischof Bernard Genoud ist am Dienstagabend in Freiburg gestorben. Der 68-Jährige erlag seinem Krebsleiden.

Sein Gesundheitszustand hat sich in diesem Jahr laufend verschlechtert: Bernard Genoud ist am Dienstag gestorben.
Sein Gesundheitszustand hat sich in diesem Jahr laufend verschlechtert: Bernard Genoud ist am Dienstag gestorben.
Keystone

Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Bernard Genoud, ist am Dienstagabend in Freiburg gestorben. Der Kirchenmann erlag im Alter von 68 Jahren seinem Krebsleiden, das vor einem Jahr diagnostiziert worden war.

Im Oktober 2009 entdeckten die Ärzte in der Lunge des ehemaligen Kettenrauchers einen bösartigen Tumor. Genoud musste sich in der Folge einer Chemo- und Strahlentherapie unterziehen und wurde operiert. Im Juni dieses Jahres wurde er ein zweites Mal ins Spital eingeliefert.

Trotz seiner schweren Krankheit schaute der Freiburger Bischof stets mit Optimismus in die Zukunft. Noch Anfang August schloss er einen Rücktritt vom Amt aus. Er komme mit seiner Krankheit zurecht, sagte er damals in einem Interview. Allerdings erklärte Genoud auch, er wisse, wie die Krankheit enden werde.

Am Montag meldete das Sekretariat des Bistums, dem Bischof gehe es schlecht, am Mittwoch teilte es den Tod Genouds im Freiburger Pflegeheim La Providence mit. Dorthin war Genoud im Juni dieses Jahrs umgezogen. Die Trauerfeier für den Bischof wird am Samstag in der Freiburger St.-Niklaus-Kathedrale stattfinden.

Priester und Lehrer

Der am 22. Februar 1942 in Châtel-St-Denis FR geborene Bernard Genoud trat nach seiner Matur in Freiburg 1963 ins dortige Priesterseminar ein.

Nach seiner Priesterweihe 1968 und einem dreijährigen Vikariat in Montreux studierte er Philosophie und schloss 1975 mit dem Lizentiat ab. Während und nach seiner Studienzeit unterrichtete er am Lehrerseminar und an verschiedenen kirchlichen Kollegien und Seminaren in Freiburg, Bulle und Givisiez. Er hatte auch einen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg inne.

1981 bis 1994 war er Pfarrer in Lessoc FR. 1999 wurde er Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg. Der Vatikan hatte ihn zum Nachfolger von Amédée Grab auserkoren.

Vatikantreu, aber offen

Genoud galt als vatikantreu, aber auch als offen für den Dialog. Er suchte immer wieder den Kontakt zu den Leuten. Seit zehn Jahren führte er in Freiburg ein monatliches Bistro-Treffen durch, wo jedermann mit dem Bischof ins Gespräch kommen konnte. 2006 startete er die «Kathedralschule», wo er in monatlichen Katechesen über den Katechismus der Katholischen Kirche sprach.

Belastet wurde seine Arbeit im Bistum durch die jüngst bekannt gewordenen Fälle von sexuellem Missbrauch durch pädophile Priester. Ausserdem wurde sein Bistum durch einen ehemaligen Offizial geschädigt, der rund eine halbe Million Franken veruntreut hatte. Der Mann wurde 2008 zu einer 28-monatigen Freiheitsstrafe, davon 6 Monate unbedingt, verurteilt.

Nachfolger wird durch Papst ernannt

Um die Amtsgeschäfte Genouds wird sich zunächst ein diözesaner Administrator kümmern, den ein Konsultativkollegium des Bistums ernennen wird. Das Kollegium bilden sechs Priester aus der Diözese, wie es beim Bistum auf Anfrage hiess.

Danach ernennt der Papst einen Nachfolger für Genoud. In der Regel sucht der päpstliche Nuntius nach Kandidaten; dabei kann er auch die örtliche Kirche befragen. Seine Vorschläge gehen via Bischofs-Kongregation in Rom an Papst Benedikt XVI., der frei entscheidet.

Im Gegensatz zu den Deutschschweizer Bistümern Basel, St. Gallen und Chur geniesst die Diözese Lausanne, Genf und Freiburg nicht das Privileg, ihren Bischof selber auszuwählen.

SDA/mrs

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