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«Blocher, jeder andere Name stünde für einen Kurswechsel»

Die Zürcher SVP will, dass Christoph Blocher nochmals Bundesrat wird. Für den Geheimfavoriten Ueli Maurer ist dagegen die Schmid-Nachfolge kein Thema - vorerst.

Blocher oder nicht Blocher? Für die Zürcher SVP war das gestern Abend keine Frage. Der Kantonalvorstand hat in Zürich-Witikon beschlossen, den 68-jährigen Alt-Bundesrat aus Herrliberg erneut als Bundesratskandidaten zu nominieren. Der Entscheid fiel deutlich: Für Blocher stimmten 48 Vorstandsmitglieder, nur ein Mitglied war dagegen. Neun Mitglieder hatten sich enthalten. Am nächsten Montag muss die Basis diesen Wahlvorschlag noch an einer eilig einberufenen Delegiertenversammlung im Albisgüetli absegnen.

«Die SVP kraftvoll vertreten»

Schon seit Tagen liess Christoph Blocher durchblicken, dass er sich einer Nomination nicht widersetzen würde. «Wenn es sein muss, dann mache ich es», sagte er auch gestern. Und seine Hausmacht liess ihn nicht im Stich: «Der Name Blocher stand immer an oberster Stelle», sagte der Zürcher SVP-Chef Ueli Maurer vor den Medien. Kein anderer sei fähiger, die grossen Probleme des Landes zu lösen. «Und jeder andere Name stünde für einen Kurswechsel.» Die Partei dürfe aber keine Kompromisse machen. «Die SVP soll kraftvoll in der Regierung vertreten sein.»

Der Zürcher Entscheid sei ein klares Signal an die SVP Schweiz, sagte Maurer. Sie soll dafür sorgen, dass die anderen Parteien jetzt Farbe bekennen. «Sie sollen sagen, ob sie Christoph Blocher wählen oder nicht.»

Eine Absage erteilte die Zürcher SVP damit einem Zweierticket, das verschiedene Exponenten noch bis kurz vor der Versammlung ernsthaft erwogen hatten. Laut Informationen des «Tages-Anzeigers» hat Maurer solche Gedankenspiele in seiner politischen Standortbestimmung entschieden vom Tisch gewischt. Es lag auch an seinem Machtwort vor seinen Parteikollegen, dass Blocher letztlich so klar unterstützt wurde.

Zuppiger hat verzichtet

Auf der Strecke geblieben ist Nationalrat Bruno Zuppiger. Seine Hinwiler Bezirkspartei hatte ihn zwar als Kandidaten lanciert. Doch der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission, der schon vor Schmids Abgang mit dessen Job geliebäugelt hatte, verzichtete freiwillig. Regierungsrätin Rita Fuhrer wiederum war an der Versammlung nur am Rand ein Thema. Laut Ueli Maurer sei es möglich, dass die SVP-Frauen die 55-Jährige ebenfalls ins Rennen schicken - unabhängig vom Verdikt der Kantonalpartei.

Unklar blieb gestern, wie es um Maurers eigene Ambitionen steht. Der Chef der Zürcher SVP, der inner- und ausserhalb der Partei hoch gehandelt wird, sagte zwar: «Ich stehe heute nicht als Kandidat zur Verfügung.» Zugleich liess er sich aber ein Hintertürchen offen. Sollte sich aber die politische Ausgangslage völlig verändern, «müsste ich das neu beurteilen».

Der Ball liegt in Bern

So locker Christoph Blocher die erste Hürde der parteiinternen Ausmarchung für die Schmid-Nachfolge geschafft hat: Darüber entschieden wird letztlich in Bern, nicht in Zürich. Die SVP-Bundeshausfraktion beschliesst am 27. November in einer Sondersitzung, mit wem sie am 10. Dezember antritt. Ihr steht es frei, auch Kandidaten zu portieren, die bei den Kantonalsektionen nicht in die Kränze gekommen sind. Deshalb sind auch Rita Fuhrer und Bruno Zuppiger noch nicht ganz weg vom Fenster.

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