Bund lobt seine neue Agrarpolitik

Das Anfang Jahr eingeführte Direktzahlungssystem bewährt sich in den Augen der Behörden. Gestiegen sei jedoch der administrative Aufwand für die Bauern.

Der Bund zahlt nicht mehr pro Tier: Eine Kuh auf einer Weide in Alvaneu GR, im Hintergrund der Berg Muchetta. (31. Oktober 2014)

Der Bund zahlt nicht mehr pro Tier: Eine Kuh auf einer Weide in Alvaneu GR, im Hintergrund der Berg Muchetta. (31. Oktober 2014)

(Bild: Keystone Gian Ehrenzeller)

Die neue Agrarpolitik hat sich im ersten Jahr aus Sicht des Bundes bewährt: Die Landwirte hätten sich gut auf das zu Jahresbeginn lancierte Direktzahlungssystem eingestellt. Zudem profitierten sie 2014 von einer guten Marktsituation. Nun will der Bund die Landwirte administrativ entlasten.

Er sei sehr froh um die gute Ausgangslage, sagte der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), Bernhard Lehmann, vor den Medien in Bern.

Umsatz gestiegen

Nach ersten Schätzungen sind die Einkünfte im Landwirtschaftssektor in diesem Jahr von 2,9 auf 3,3 Milliarden Franken gestiegen. Bei den meisten Produkten konnten die Landwirte mehr Umsatz erwirtschaften.

Zugleich hätten sich die Betriebe rasch auf das neue Direktzahlungssystem ausgerichtet, sagte Lehmann. Statt pauschale Beiträge nach Tier- und Anbaufläche richtet der Bund unter der Agrarpolitik 2014–2017 neu für bestimmte Leistungen Direktzahlungen aus.

Es würden sich mehr Bauernbetriebe an den freiwilligen Direktzahlungsprogrammen beteiligen als erwartet, sagte der Direktor des BLW.

Berggebiete erhalten mehr Direktzahlungen

Wegen des Systemwechsels erhalten gewisse Betriebe mehr, andere weniger Direktzahlungen als zuvor. Im Durchschnitt profitieren die Betriebe in den Berggebieten vom Systemwechsel, wie provisorische Zahlen des BLW zeigen.

Bei einer grossen Mehrheit der Schweizer Bauernbetriebe ist die Differenz zu früher gemäss diesen ersten Zahlen aber nicht gross: Nur eine kleine Minderheit erhält 15 Prozent mehr beziehungsweise weniger als früher.

Um die finanziellen Folgen des Systemwechsels für die Landwirte abzufedern, zahlt der Bund noch während rund acht Jahren Übergangsbeiträge aus.

Allerdings fielen diese Übergangsbeiträge im Jahr 2014 tiefer aus als erwartet, erklärte BLW-Direktor Lehmann. Die Summe sei abhängig davon, wie stark sich die Bauern an den freiwilligen Direktzahlungsprogrammen beteiligten. Wegen der regen Beteiligung seien 2014 weniger Übergangsbeiträge zur Verfügung gestanden.

Bauern erhielten dieses Jahr weniger als die Hälfte der Direktzahlungen, auf die sie wegen des Systemwechsels verzichten mussten, durch Übergangsbeiträge kompensiert.

Bund will Bauern Büroarbeit abnehmen

Die neue Agrarpolitik 2014–2017 werde laufend evaluiert, betonte BLW-Direktor Lehmann. Der Bundesrat erhalte regelmässig Berichte, um Korrekturen vornehmen zu können.

Das Bundesamt will nun insbesondere versuchen, die Bauern administrativ zu entlasten. «Die administrative Last ist objektiv gestiegen», sagte Lehmann. Die Anmeldung für die Direktzahlungsprogramme bringe für die Landwirte mehr administrativen Aufwand mit sich. Das BLW werde nun in Zusammenarbeit mit den Landwirten Lösungen entwickeln, um die Betriebe zu entlasten.

sda

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