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Charmeoffensive in Vietnam

Bundesrat Johann Schneider-Ammann will in Hanoi dem Freihandelsabkommen zwischen der Efta und Vietnam Schub verleihen. Der Wirtschaftsminister eilt von Gespräch zu Gespräch.

Bundesrat Johann-Schneider-Amman und Nguyen Thi Kim Ngan, die Vorsitzende der Nationalversammlung. (24. Oktober 2013)
Bundesrat Johann-Schneider-Amman und Nguyen Thi Kim Ngan, die Vorsitzende der Nationalversammlung. (24. Oktober 2013)
Keystone

Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist zu Besuch in Hanoi und trifft mehrere Regierungsmitglieder Vietnams. Sein Ziel: Den Verhandlungen um ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) und Vietnam Schub zu verleihen.

Der Vorsteher des Eidg. Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat seit seiner Ankunft ein Gespräch an das nächste gereiht. Bei den Treffen mit fünf Ministern, darunter auch Premierminister Nguyen Tan, habe er erfahren wollen, weshalb die im Juli 2012 begonnenen Freihandels-Verhandlungen stagnierten, erklärte er gegenüber der lokalen Presse.

Die Verhandlungen kamen insbesondere wegen strukturellen Differenzen ins Stocken. Das Problem ist technischer Art, es muss eine gemeinsame Diskussionsbasis gefunden werden, was im Moment nicht der Fall ist. Die Vietnamesen schieben ausserdem ihr Interesse an einer vorgängigen Einigung mit der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten vor.

Am Ende seines Marathon-Tages zeigte sich Schneider-Ammann aber optimistisch und schätzte, dass durch die persönlichen Treffen mit den Regierungsmitgliedern ein Schritt nach vorne gemacht worden sei.

Schwieriger als mit China

Die Diskussionen erweisen sich als schwieriger als diejenigen, die diesen Sommer in einem Abkommen mit China mündeten. Die Schwierigkeiten kommen indes nicht nur von vietnamesischer Seite. Mit Peking verhandelte die Schweiz alleine. Im Fall von Hanoi müssen die vier Partner der EFTA (Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein) untereinander zu einer Übereinstimmung finden.

Um der vietnamesischen Regierung die Vorteile eines Abkommens darzulegen, umgab sich Schneider-Ammann mit einer starken Wirtschaftsdelegation. Die Schweizer Unternehmen könnten künftig noch stärker investieren. Das Potenzial Vietnams sei dank der Öffnung der Märkte beträchtlich, sagte der Bundesrat.

Das jährliche Warenhandelsvolumen zwischen der Schweiz und Vietnam hat sich seit der Jahrtausendwende vervierfacht und betrug im vergangenen Jahr 913 Millionen Franken.

Am Freitag trifft Schneider-Ammann in Ho-Chi-Minh-Stadt (dem früheren Saigon) ein. Die Stadt ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Der Bundesrat wird ein Entwicklungsprojekt des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) in der Region besichtigen.

SDA/kle

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