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Connyland schliesst Delfinarium Ende Saison

Im Delfinbecken des Connyland droht Inzest. Deshalb wird das Delfinarium wohl bald geschlossen. Gegen das Importverbot der Tiere wollen die Betreiber nicht kämpfen – erheben aber Ansprüche in Bern.

Soll eine neue Attraktion erhalten: Eingangsbereich des Connyland.
Soll eine neue Attraktion erhalten: Eingangsbereich des Connyland.
Keystone

Das Delfinarium im Connyland wird wohl bereits nach dieser Saison geschlossen. Das sagt Erich Brandenberger, Geschäftsführer des Connyland, gegenüber der «SonntagsZeitung». Grund: Ein Jungtier hat die Geschlechtsreife erreicht, es droht Inzest. Das siebenjährige Männchen Angel ist bald geschlechtsreif und wird sich deshalb mit der Mutter Chicky paaren wollen, dem letzten verbleibenden Weibchen. Angel soll deshalb bis Jahresende ein neues Zuhause finden.

«Das bedeutet das Ende des Delfinariums. Wir werden es wahrscheinlich nach dieser Saison schliessen müssen.» Ein Referendum gegen das kürzlich beschlossene Importverbot von Delfinen wird es definitiv nicht geben. Das bestätigt Connyland-Geschäftsführer auf Anfrage der Zeitung «Der Sonntag». Zwar würden sie genügend Unterschriften zusammenbringen, ist er überzeugt. Doch der Abstimmungskampf wäre ohne Partner zu kostspielig.

Connyland will Geld vom Bund

Auch für den einjährigen Delfin Secret soll ein neues Zuhause gefunden werden. Doch hier will das Connyland sich Zeit lassen. «Bevor ein Delfin zwei Jahre alt ist, sollte man ihn nicht transportieren», sagt Brandenberger. Der finanzielle Aspekt steht laut Brandenberger im Hintergrund – obwohl ein Delfin zwischen 100'000 und 300'000 Franken einbringen kann. «Lieber geben wir unsere Delfine an einen Ort, an dem sie sich wohl fühlen.» Geld will das Connyland aber vom Bund. «Wir wurden durch das Verbot enteignet und haben deshalb Anrecht auf eine angemessene Entschädigung.»

Das Connyland versucht das Delfinarium mit einer weiteren Attraktion zu ersetzen. Favorit ist zurzeit der Bau einer neuen Achterbahn anstelle der Lagune. Mit der 2010 eröffneten Cobra konnte das Connyland bereits ein jüngeres, erlebnisorientiertes Publikum anlocken. Das erhofft sich Brandenberger auch durch eine neue Bahn.

Unbehagen bei Schweizer Zoos

Das vom Nationalrat beschlossene Importverbot für Delfine löst auch bei den Zoos Unbehagen aus. Peter Dollinger, Geschäftsführer des Vereins Zoo Schweiz, sagt: «Es ist zu befürchten, dass versucht wird, das Gesetz auf andere Tierarten auszuweiten.» Dollinger glaubt, dass nach dem Delfin-Verbot weitere Forderungen nach Haltungsverboten folgen werden.

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