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Das Bier aus dem Ausland ist Trumpf

Die Schweizer stillen ihren Durst zunehmend mit ausländischen Bieren. 2009 wurden 7 Prozent mehr Biere importiert, dafür 2 Prozent weniger Schweizer Bier produziert. Der Pro-Kopf-Konsum ging auf 57,2 Liter zurück.

Landauf, landab werden in der Schweiz fast wöchentlich Klein- und Kleinstbrauereien eröffnet. Lokale und regionale Produzenten finden für ihren Gerstensaft eine immer grössere Fangemeinde. Fakt ist allerdings, dass Schweizer Brauereien im Jahr 2009, erstmals seit vier Jahren, weniger Bier produziert haben. Der Inlandausstoss ging um 70'409 auf 3'554'884 Hektoliter zurück (–1,94 Prozent). Die Kleinbrauereien, die in den letzten Jahren eine eigentliche Hausse erleben und neu auf dem Biermarkt mitmischen, vermögen diesen Rückgang freilich nicht zu kompensieren. Der Grund: Sie produzieren lediglich 2 Prozent des Schweizer Bieres.

Trotzdem ist der Bierkonsum in der Schweiz nur marginal um 8635 auf 4,48 Millionen Hektoliter zurückgegangen. Dies, weil die Bierimporte stark zugenommen haben. Gegenüber 2008 tranken Schweizerinnen und Schweizer 7 Prozent mehr ausländische Biere – 925'540 Hektoliter. Im Jahr 2009 ist der Pro-Kopf-Konsum um 0,8 auf 57,2 Liter Bier zurückgegangen.

Das Dosenbier

Dass der Bierkonsum in der Schweiz rückläufig ist, überrascht Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes, nicht. Diese Entwicklung schreite einher mit der Tendenz, dass in der Schweiz allgemein weniger Alkohol konsumiert werde. Positiv ist für ihn immerhin, dass die Zahl der Bierbrauereien in der Schweiz aktuell wieder etwa so gross ist wie vor 100 Jahren. Kreber geht davon aus, dass vor allem mittelgrosse Brauereien mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen haben.

Zu diesen Betrieben gehört die Interlakner Rugenbräu. Bruno Hofweber, CEO der Rugenbräu AG, spricht von einer befriedigenden Situation. Da er sein Bier zu 75 Prozent in der Gastronomie und Hotellerie absetzen könne, leide sein Unternehmen weniger unter den Bierimporten. Konkret: Rugenbräu ist im Detailhandel nicht so stark vertreten. Noch nicht. Denn eben erst ins Sortiment aufgenommen, stellt Hofweber bereits eine Verlagerung auf die Dose fest. «Der Detailhandel wünschte eine Dose mit Bier, das regional verankert ist», erklärt Hofweber. Die Investition scheint sich zu lohnen. Das Dosenbier sei bereits «sehr erfolgreich und hat eingeschlagen».

Die Bierkompetenz

Neue Wege für einen höheren Bierabsatz will auch der Schweizer Brauerei-Verband gehen – in der Gastronomie. Quasi als Vorstufe zum Biersommelier soll ein Bierberater etabliert werden. «Ein Gast soll nicht nur beim Wein, sondern auch beim Bier beraten werden», erklärt Marcel Kreber und ergänzt: «Wir wollen die Bierkompetenz der Restaurationsfachleute stärken.»

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